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Software-Kritik: Scrivener

Ich teste gerne Software, auch wenn ich regelmäßig im Voraus schon weiß, dass ich die Software im Grunde gar nicht benötige. Auch bei Scrivener war mir das bewusst, trotzdem habe ich die Testversion installiert und werde heute meine Eindrücke mit euch teilen.

Hier mein erster Eindruck nach dem Start:

Scrivener Startbildschirm

Zugegeben, ich war erstmal etwas überfordert. Wofür soll das gut sein? Nach dem ich die ersten Kapitel des Tutorials durchgearbeitet hatte, wurde mir einiges klarer. Scrivener ist sozusagen alles, was man als Autor braucht. Sowohl Textverarbeitung als auch Wiki als auch Notizzettel und Ablage von Recherchematerial. Man kann es nutzen zur Herstellung von Plots und Geschichtssträngen als auch für das eigentliche Manuskript. Es ist ein sehr vielseitiges Tool. Aber die Vielseitigkeit wird meines Erachtens auch zu seinem Problem.

Fangen wir vorne an. Der Grundaufbau von Scrivener ist der eines Wiki. Jedes Projekt ist eine Art Ordner, in dem alles gesammelt wird. Die linke Leiste wird Binder genannt und ist sowas wie das Inhaltsverzeichnis dieses Ordners.

Es dient sowohl zum Navigieren als auch zum Erstellen der eigentlichen Struktur. Das Testprojekt, das man hier sehen kann, ist aufgeteilt in Draft (=Entwurf), Research (=Recherche) und Trash (=gelöschte Inhalte). Dazwischen hat der Autor eigene Kapitel eingefügt (Part 1, Part 2, usw.). Man könnte hier seine ganz eigene Aufteilung vornehmen, wenn man ein Buch schreibt: nach Kapiteln, Anfang-Mittelteil-Schluss, usw. Die Teile selber kann man dann auch nochmal in unterteilen, in Szenen oder Unterkapitel, usw. Das wirklich tolle daran ist, dass man bei Scrivener diese einzelnen Kapitel und Teile in der Ansicht so darstellen lassen kann, dass sie wie ein Kapitel aus einem Guß erscheinen. Trotzdem sind sie innerhalb der Software getrennt. Man kann auch Kopien von jedem Text herstellen, ehe man ihn verändert. Damit hat man den Ausgangszustand noch irgendwo in der Hinterhand, und wenn man dann doch wieder zurückändern möchte, geht das mit einem Knopfdruck.

Auch sehr schön ist, dass Scrivener aus jedem Unterkapitel gleich eine Karteikarte erstellt, die man in der Pinnwand-Ansicht schön geordnet ansehen kann.

Scrivener Pinnwand-Ansicht

Die Karteikarten werden entweder automatisch mit den ersten Sätzen des Textes befüllt, oder aber man trägt diese im Inspector selber ein.

Zu guter Letzt bietet Scrivener auch noch die Möglichkeit, dass man dieses Projekt in ein Normseiten-Manuskript umwandelt. Man kann auch ganz gezielt nur bestimmte Teile in das Manuskript exportieren, sodass wirklich nur das dort landet, was man tatsächlich beim Verlag abliefern möchte.

Was nutzt einem aber nun so eine Software wie Scrivener? Wie gesagt, es ist die eierlegende Wollmilchsau. Man legt seine Charakterskizzen ab, ebenso wie den groben Ablauf der Geschichte, man legt Bilder, Diagramme und sonstiges Recherchematerial ab (PDF-Dateien, Bilder und Videos können direkt in Scrivener abgespielt werden), ohne dass man sich merken müsste, wo man das Zeug denn nun untergebracht hat. Zwischen dem eigentlichen Manuskript kann man Notizen einbauen, die je nach gewählter Ansicht (Dokumentenansicht, Scrivening = alle Dokumente eines Kapitels untereinander, Pinnwand und Outliner) in den Text miteinfließen oder gesondert betrachtet werden können. Man hat die Möglichkeit, Querverweise herzustellen, zu verschieben, und noch vieles mehr zu tun. Und wenn man am Schluss fertig ist mit seinem Projekt, drückt man auf den Exportbutton, klammert alle Inhalte aus, die man nicht im Manuskript haben möchte und voilà, fertig zur Abgabe.

Das ist sowohl Vorteil als auch Nachteil zugleich. Denn Scrivener hat sehr viele Funktionen, die man auch erstmal erlernen muss. Wer hat die Zeit und Muse, das zu tun? Natürlich, jede Software kann hilfreich sein. Aber hat jeder auch die Zeit und Lust, sich in diese Software einzuarbeiten? Dann stellt sich auch die Frage, wie Scrivener mir dabei helfen kann, meinen Roman fertig zu schreiben bzw. produktiver zu sein. Fakt ist, dass keine Software etwas nützt, wenn man nicht schreibt und nicht an seinem Projekt weitermacht. Da ist auch Scrivener keine Ausnahme. Aber in Sachen Produktivität kann Scrivener einem helfen, die Dinge an einem Ort zu hinterlegen, sodass man nicht später suchen muss, wo man diese oder jene Information abgelegt hat. Man hat alles zur Hand, kann es direkt einsehen, während man schreibt (den Scrivener-Bildschirm kann horizontal bzw. vertikal aufteilen, wenn nötig, um zwei Dokumente gleichzeitig anzusehen). Das würde ich als den größten Nutzen betrachten.

Einem ähnlichen Ansatz folgt übrigens auch die OpenSource-Software Zim. Sie ist aber nicht extra für Autoren gedacht, sodass auch einige nützliche Funktionen fehlen, die dafür in Scrivener vorhanden sind. Aber das Prinzip ist dasselbe: Ein Ort, an dem alles abgelegt wird, getrennt in einzelne Dokumente, die man zur Not auch zusammenführen kann. (Bei Zim nicht so schön wie in Scrivener.)

Fazit: Scrivener gleicht einem Wiki mit eingebauter Textverarbeitung. Die Software bietet alles, was man als Autor/Schriftsteller braucht. Sie eignet sich ebenso gut zur Erstellung von Notizen, Handlungssträngen als auch für die Ablage von Recherchematerial und der Erstellung des eigentlichen Skripts. Aber wie jede Software auch steigert sie die Produktivität des Anwenders nur, wenn der a) regelmäßig schreibt und sein Schreibprojekt vorantreibt und b) sich mit den vielen Funktionen der Software vertraut macht.

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Braucht man zum Schreiben Spezialsoftware?

Im Zuge meiner letzten Software-Rezensionen und -Entdeckungen musste ich mir selber die Frage stellen, wie viel Software ein Autor/Schriftsteller eigentlich braucht. Was muss sein, was ist nett, aber nicht unbedingt erforderlich, was ist überflüssig?

Ganz klar ist, dass es da kein allgemeingültiges Maß gibt. Was der eine unbedingt braucht, findet der andere total unnütz. Und je mehr ich mich in das Thema einarbeite, umso mehr stelle ich fest, dass mich die vielen bunten Knöpfchen und Funktionen, Auswahl- und Eingabefelder verwirren. Beispiel Storybook: Die Tatsache, dass ich die Funktion „Teile“ in ihrer Sinnhaftigkeit und Funktion nicht verstand (und immer noch nicht verstehe), führte dazu, dass ich mich fast nicht traute, eine Szene anzulegen, weil ich das entsprechende Feld, das mir die Maske vorgab, nicht zu füllen vermochte.

Es ist auch verflixt, wenn man sich von starren Vorgaben dazu verleiten lässt, alles penibel und kleinlich auszufüllen, als ob man ein Formular für eine Behörde oder ein Amt ausfüllt. Und da stelle ich fest, dass die eigentliche Idee, die Geschichte plötzlich vollkommen in den Hintergrund tritt, weil man mit den technischen Begebenheit „kämpft“. Natürlich soll es so nicht sein. Ich denke nicht, dass die Entwickler des Programms das so im Hinterkopf hatten. Wahrscheinlich denken die sich auch: „Wenn du mit einem Feld nichts anfangen kannst, dann lässt du es halt leer.“ So sollte es vermutlich sein. Aber in dem Moment, in dem ich anfange, über die Notwendigkeit eines Feldinhaltes zu sinnieren, beschäftige ich mich nicht mehr mit meinem eigentlichen Vorhaben: eine Geschichte oder einen Roman zu schreiben.

Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich über solche Entdeckungen wie Q10 oder JDarkRoom erleichtert. Da kommt man ohne Schnörkel und Schleifchen aus, es geht nur um das eine: die Geschichte. Die nötigsten Funktionen erlernt man in unter fünf Minuten, und dann geht es los. Man schreibt drauf los und schreibt und schreibt. Ohne auf das Äußere acht zu geben. Darum geht es auch gar nicht. Es geht nur um die Idee, die Handlung, die man verfolgt und weiterzuspinnen versucht. Das ist ein verdammt gutes Gefühl, wenn man einfach nur tippt und tippt und sieht, wie das eigene Werk wächst und sich weiterentwickelt.

Natürlich kann man diese Erfahrung auch mit Word oder OpenOffice.org oder Papyrus oder sonst einem anderen Textverarbeitungsprogramm machen. Man ignoriert einfach alle Schaltflächen, unterlässt es, Kopf- und Fußzeilen zu erstellen oder hier mal Fettschrift, da mal Kursivschrift einzufügen. Man lässt auch alle anderen Funktionen links liegen, z.B. die Rechtschreibprüfung oder Datenbanken, die mit dem Dokument verknüpft werden können. Man lässt es einfach sein und arbeitet an seiner Geschichte, lässt sich nicht ablenken und tut, was man tun muss, um damit fertig zu werden.

Und während ich das so schreibe, muss ich mir selber eingestehen, dass ich es in Word oder OpenOffice.org nicht schaffe, eben genau das sein zu lassen. Ich lasse mir falsch geschriebene Wörter mit einer roten Wellenlinie markieren, damit ich sofort verbessern kann, wenn ich mich vertippt habe. Oder ich füge Kommentare ein, die dann als kleine Post-It-Blasen am Rand erscheinen. So ist das doch gut erkennbar. Oder ich unterlege Absätze reihenweise in gelber Farbe, damit ich sie mir beim nächsten Mal nochmal durchlese und redigiere.

Fluch der Technik oder einfach nur Perfektionismus des Anwenders? Und kann eine Software da überhaupt Abhilfe schaffen?

Wie viel Software braucht man wirklich?

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Mal wieder Fernkurse

Mit meinem Krimi bin ich schon ein Stück weiter gekommen, aber wieder mal merke ich, dass meine berufsmäßige technische Orientierung zu sehr durchschlägt. Bisher liest es sich wie eine Bedienungsanleitung, viel zu steif und förmlich, es ist zu wenig Bildhaftigkeit dabei. Allerdings fällt es mir verdammt schwer, auszubrechen aus dieser Gewohnheit.

Kurzum, der Gedanke an den Fernkurs ist wieder sehr nahe gerückt und ich denke ehrlich darüber nach, den Schritt jetzt definitiv zu gehen. Allerdings stecke ich fest zwischen den verschiedenen Angeboten. Nachdem mir vor kurzem jemand gesagt hat, dass die drei großen Fernschulen ILS, SGD, HAF und Fernakademie Klett sowieso alle zum selben Mutterkonzern gehören und die meisten Kurse identisch sind, habe ich beim Vergleich der Autorenkurse gemerkt, dass dem nun aber wirklich nicht so ist (zumindest für die Autorenkurse – mag sein, dass das für die anderen Kurse zutrifft).

Da ist zum einen die HAF, die einen 30-monatigen Kurs „Kreative Schreibschule“ anbietet, der fast 3000 € kostet. Insgesamt ist der Kursinhalt aber interessant, es wird neben den grundsätzlichen Kenntnissen auch das Thema Journalistik, Sachtexte, Drehbuchschreiben, Kinder- und Jugendliteratur sowie Science Fiction abgedeckt. Allerdings sind 30 Monate natürlich heftig (und ja, das Geld auch).

Die Schule des Schreibens gehört meines Wissens auch zur HAF, hat aber ein ganz anderes Angebot im Programm. Dort gibt es mehrere Schreibkurse, der für mich interessanteste wäre „Die große Schule des Schreibens“. Dauer: 36 Monate, die Kosten dürften wohl über 3000€ liegen. Insgesamt besteht der Kurs aus 12 Monate Grundschule des Schreibens, 12 Monate Belletristik und 12 Monate Sachtexte. Was z.B. fehlt sind solche Themen wie Drehbuchschreiben, o.ä. Allerdings sagt mir der Inhalt im Großen und Ganzen schon zu.
NACHTRAG VOM 28.07.2009:
Die SdS hat ihre Internetpräsenz neu gestaltet. Im Zuge dessen habe ich die Preise nochmal nachgeschlagen, und es zeigt sich, dass die große Schule des Schreibens statt knapp 3000€ mittlerweile noch ca. 2500€ kostet.

Dann gibt es da noch Anbieter wie ILS, SGD und Fernakademie Klett, die einen nur 18-monatigen Kurs „Autor werden – Schreiben lernen“ anbieten. Was mich stutzig macht ist, dass der Kurs auch aus 30 Heften besteht (fast so viel wie bei den anderen Anbietern), aber nur 18 Monate dauert. Vom Inhalt her machen die einen großen Rund-um-Schlag, d.h. es werden ziemlich viele Gebiete abgedeckt (Journalistik, Hörspiele, Lyrik, usw.). Heißt das jetzt mehr Arbeit bei ungefähr gleichem Inhalt oder weniger Inhalt und deswegen kürzere Lehrgangsdauer? Soweit ich das gesehen habe, würde der Kurs ca. 2100 € kosten, was immer noch sehr viel Geld ist, aber eben weniger als bei den anderen beiden.

Grundsätzlich tendiere ich ja eher zu der Annahme, dass a) zielgerichtete Kurse (wie der von der Schule des Schreibens) sich tiefer mit einer Materie beschäftigen können und b) längere Kurse vermutlich auch mehr Inhalt bieten. Allerdings ist gerade bei b) die Frage, ob mehr Inhalt auch mehr Nutzen (für mich) bedeutet. Hm, tja…. schwierige Entscheidung, und auch nicht wenig Geld, das ich da ausgeben müsste.

Veröffentlicht in Hilfsmittel und Werkzeuge

Nützliche Online-Workshops für Autoren

In letzter Zeit fallen mir immer häufiger Online-Workshops auf, die explizit für Autoren konzipiert wurden bzw. auch für Autoren interessant sein könnten.

Hier mal eine (sicherlich nicht ganz vollständige) Liste der Online-Workshops, die mir ins Auge gesprungen sind:

Veröffentlicht in Allgemein, Kreativität

Apropos Fernkurse/Autorenkurse

Vor ewiger Zeit hatte mir mal jemand aus einem Forum den Tipp gegeben, bei Andreas Eschbach (Das Jesus-Video) vorbeizuschauen, der hätte einen ganz heißen Tipp zum Thema Autoren-/Schreibkurs.

Den eigentlichen Link hatte ich aber verloren, und bin nun über die Suche und Recherche auf Eschbachs alter Homepage (er hat auch eine neue) wieder darauf gekommen.

Rainer Wekwerth ist selber Autor und bietet auf seiner Seite kreatives-schreiben.net Grund-, Fortgeschrittenen-, Intensiv- und andere Schreibkurse an. Er ist selber Autor und scheint außerdem knallhart zu sein, was seine Kurse angeht. So schreibt er:

Was Sie in diesen Kursen erwartet?

Arbeit! Arbeit! Und nochmals Arbeit! Im Idealfall arbeiten Sie jeden Tag zu bestimmten Zeiten an den Lektionen. Sie werden keine Zeit zum trödeln haben und meine Ansprüche sind hoch. Wenn mich Ihre Arbeit nicht überzeugt, lasse ich Sie die entsprechende Lektion so oft wiederholen, bis ich der Meinung bin, Sie haben den Lerninhalt verinnerlicht. Diese Wiederholungen sind in der Kursgebühr beinhaltet, aber Sie sollten von Anfang an Ihr Bestes geben, damit ich Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Talent richtig einschätzen kann.

Irgendwie spricht mich das an, allerdings möchte ich wirklich sicher sein, dass ich die Zeit dazu aufbringen kann, denn es hört sich wirklich nach Arbeit, Arbeit, Arbeit an.

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Bücher über das Bücherschreiben

Bei der Vorbereitung zu diesem Blog ging ich in Gedanken die Liste mit Büchern durch, die ich zum Thema Schreiben gekauft und durchgearbeitet hatte. Ich konnte mich zuerst nur an James Freys Bücher erinnern, die meines Erachtens ganz exzellent sind und mir auch viel Freude bereitet haben. Ganz unscharf konnte ich mich auch noch an ein anderes, gezielt auf Frauen gerichtetes Buch erinnern, dessen Titel und Autorin ich aber nicht mehr im Kopf hatte. Das war’s aber auch schon, drei Bücher, mehr nicht… dachte ich auf jeden Fall.

Gerade eben habe ich aber alle Bücher zusammengesammelt, die ich zum Thema finden konnte und siehe da, es sind doch insgesamt fünf Bücher. Ja, fünf. Zugegeben, ich habe nicht alle komplett durchgearbeitet, aber von allen doch mehr oder weniger einen Eindruck erhalten.

Von James Frey habe ich die Bücher ‚Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Bd.1‚ und ‚Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Bd.2‚. Ich habe beide Bücher durchgearbeitet und kann sie weiterempfehlen, wobei meine Meinung natürlich kein absolutes Maß wiederspiegelt. Es gibt sicher Leute, für die die Bücher vielleicht nicht getaugt haben. Für mich waren sie goldrichtig.

Das Buch speziell für Frauen, das ich oben schon erwähnt habe, ist ‚Das Wort zum Mord‚ von Anja Kermmerzell, und eigentlich nicht nur für Frauen geeignet. Auch das Buch habe ich komplett durchgearbeitet und finde es empfehlenswert, auch deswegen, weil Frau Kemmerzell selber in einem Verlag arbeitet und daher gute Tipps geben kann, was bei Lektoren und Lektorinnen gut ankommt oder nicht.

So, die verbleibenden zwei Bücher waren mir wirlich komplett entfallen und als ich auf sie gestoßen bin war das durchaus mit einem etwas negativen Déjà vu-Erlebnis verbunden, denn ich habe beide nicht zu Ende gelesen, geschweige denn durchgearbeitet.

Das eine ist Dirk Meynecke ‚Von der Buchidee zum Bestseller‚. Das Lesezeichen steckt bei Seite 60, da hören auch die Markierungen auf. Ich denke, dass das Buch insgesamt nicht schlecht ist, denn es enthält sehr viel praktische Infos dazu, wie man Bücher bei Verlagen präsentiert. Es geht also eher um die wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, die Buchautoren betreffen, wenn sie ein Buch veröffentlichen wollen. Schreibtechnisch gibt es eigentlich nur wenige Infos. Insgesamt muss ich für mich sagen, war das Buch ein wenig ein Fehlgriff, weil ich noch überhaupt nicht ans Veröffentlichen denke. Vielleicht sollte man kein Buch schreiben ohne ans Veröffentlichen zu denken, ja, möglicherweise denke ich zu kurz, dennoch konnte ich mich nicht motivieren, das Buch zu Ende zu lesen.

Schließlich ist da noch das Buch ‚Kreativ schreiben‚ von Fritz Gesing, das ich ebenfalls nicht zu Ende gelesen habe. Immerhin bin ich bis Seite 90 vorgedrungen. Was mich bei diesem Buch gestört hat ist die relativ lange Einführung, bis man denn irgendwann an einen Punkt kommt, wirklich praktische Tipps fürs Schreiben zu erlangen. Gesing schreibt dieses Buch meines Erachtens sehr literarisch, als ob es selbst ein Meisterstück wäre, teilweise wendet er für mich sehr fremd und veraltet klingende Redewendungen an, aber daran sollte man sich meines Erachtens nicht stören. Ich habe auf jeden Fall vor, diesem Buch nochmal eine Chance zu geben, denn einige interessante und praktische Infos gibt es doch.

Veröffentlicht in Allgemein

Wo anfangen?

Vor einigen Monaten habe ich mich entschlossen, meinem Schreibdrang nachzugeben und entschloss mich kurzfristig, einen Fernkurs zu belegen. Die ersten Unterlagen lagen nach kurzer Zeit schon auf meinem Schreibtisch und ich setzte mich voller Enthusiasmus an das erste Studienheft.

Obwohl ich mir meiner Sache diesmal ganz sicher war, gab es drei Dinge, die mich dennoch plagten. Dies waren zum einen die Dauer des Kurses (über 30 Monate), die damit verbundene zeitliche und finanzielle Verpflichtung und viele negative Stimmen (von innen wie von außen), die mir davon abrieten. Letztlich entschloss ich mich doch dafür, den Kurs in der Probezeit zu beenden und schickte das Material zurück. Irgendwie bereue ich hier und heute diese Entscheidung, obwohl ich bezüglich der Dauer des Kurses sowie der damit verbundenen finanziellen Verpflichtung immer noch ein wenig Bauchschmerzen habe. Ich weiß nicht, ob ich mich tatsächlich über 30 Monate motivieren könnte, Heft um Heft abzuarbeiten. Außerdem ändern sich die Zeiten ständig, wer weiß schon, ob er morgen noch seinen Job hat und tatsächlich jeden Monat 70-80€ aufbringen kann.

Andererseits weiß ich auch, dass ich mich nun schon über Jahre mit irgendwelchen Ausreden davon abhalte, mein Ziel zu verfolgen, nämlich ein Buch zu schreiben. Ich denke, dass Menschen im Allgemeinen, und ich im Speziellen, gut darin sind, Ausreden zu erfinden, um manchen Dingen aus dem Weg zu gehen. Irgendein sekundärer Gewinn scheint ja doch dabei zu sein, wenn ich lieber vor mich herlebe als einfach meinem Herzen zu folgen. Nun gut… tiefenpsychologisch kann ich auch noch ein ander Mal werden, deshalb beende ich das Thema an der Stelle erstmal.

Es gibt aber eine Sache, die möchte ich in diesem Beitrag noch anschneiden… nein, eigentlich möchte ich das Thema damit auch gleich ad acta legen. Es geht mir um die vielen negativen Stimmen, die ich von außen – von ehemaligen Fernschülern und solchen, die nie einen solchen Fernkurs belegt haben – erhalten habe. Ich möchte sicherlich nicht alle über einen Kamm scheren, weil es auch viele gab, die sich durchaus um Objektivität und emotionslose Bewertung bemüht haben, auch wenn es sowas wie Objektivität quasi nicht gibt und Emotionslosigkeit der menschlichen Natur widerspricht. Aber diese Art von Kritiker meine ich gar nicht. Ich möchte mich an jene Kritiker wenden, die vollkommen frustriert und zutiefst enttäuscht zu sein schienen, von Zeitverschwendung und ‚Geld aus dem Fenster werfen‘ redeten und betonten, wie wenig doch bei diesem Kurs für sie herausgekommen ist. Nichts, aber auch gar nichts haben sie gelernt, von den Fernlehrern – allesamt Stümper und Dilettanten – gab es keine richtigen Rückmeldungen, alles nur wischi-waschi und veröffentlich haben sie auch nichts durch den Kurs, wobei das doch das Ziel gewesen ist. Stattdessen raten sie lieber dazu, eines der vielen Schreibbücher zu nehmen, Schreibforen zu besuchen oder an Workshops teilzunehmen, das brächte mehr. Ihnen auf jeden Fall hat es mehr gebracht, und im selben Atemzug favorisieren und bewerben sie dann ihre Schreibbücher, ihre Schreibforen und ihre Schreibgurus, man solle es doch auch mal dort probieren, wird bestimmt mehr bringen. Diesen Menschen möchte ich heute folgende Zeilen widmen:

„Lieber Kritiker von Autoren-Fernkursen,

ja, ich gehöre in der Tat zu den Menschen, die es in Erwägung ziehen, einen Fernkurs für Schriftsteller und Autoren zu belegen. Ich habe durchaus die Erwartung in diesen Kursen etwas zu lernen und vielleicht sogar einen Roman zu veröffentlichen. In der Tat ist mir ein solcher Kurs das Geld wert, den er kostet. Und ja, es geht mir gut, noch kann ich nicht von geistiger Umnachtung oder ähnlichen Symptomen berichten.

Ich sehe ein, dass Menschen, die einen solchen Kurs belegt und dann keinen echten Gewinn daraus gezogen haben, meine Ansichten nicht teilen möchten oder können. Für diese Menschen mag der Kurs eine große Enttäuschung gewesen sein und vermutlich ärgert es sie auch, dafür Geld bezahlt zu haben. Ich sehe auch ein, dass sie andere Menschen davor bewahren möchten, ähnliche Erfahrungen zu machen. Ich kann kaum behaupten, dass ich all ihre Motive verstehe und nachvollziehen kann, aber ich erkenne an, dass es eine Vielzahl an Motiven gibt, die sie zu ihrer negativen Kritik veranlasst haben. Ich möchte es auch nicht versäumen, diesen Menschen mein Mitgefühl auszusprechen.

Dennoch möchte ich diesen Menschen an dieser Stelle sagen, dass ich mir nach reiflicher Überlegung, nach Ansicht der Kursmaterialien und vielem Hin und Her bewusst bin, welchen Schritt ich damit mache, welche Erwartungen ich an einen Fernkurs dieser Kategorie stellen kann, was er mir vermitteln kann und vor allem, was nicht. Ich denke, ich kann wirklich guten Gewissens behaupten, das Pro und Kontra für mich persönlich abgewägt zu haben.

Deshalb wünsche ich mir von Ihnen, sehr verehrter Kritiker, doch einfach mal Ihren Senf bei Ihnen zu belassen. Ich danke Ihnen herzlichst.“