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Strukturierte Notizen – die Dritte (und letzte)

Dies ist der dritte Beitrag zum Thema strukturierte Notizen. Wer erst jetzt eingestiegen ist, kann gerne die ersten beiden Einträge Von Zen To Done zu strukturierten Notizen und Strukturierte Notizen – die Zweite lesen.

Wo waren wir das letzte Mal stehen gebleiben? Ach ja, bei meinen Erkenntnissen zum Thema Notizen und ToDo-Listen erstellen.

Also, nachdem ich festgestellt habe, dass sich keines der bekannten Methoden so recht für mein Ansinnen eignet, habe ich mich ja auf kleinere Tipps und Tricks beschränken wollen. Das Ergebnis meiner Internetrecherche ist aber nicht gerade ermutigend.

  1. Tipp: Schreiben Sie in eigenen Worten: Ja, ne, is klar. Wenn ich mir Gedanken zu meinen Projekten und Themen mache, dann nutze ich in der Regel überhaupt nur meine Worte. Bei Einkaufslisten muss ich zwangsläufig auf die Produktnamen zurückgreifen – oder soll ich dafür auch eigene Worte erfinden? Persil wird dann zum grün-weißen Ungetüm für die Waschmaschine? Komischer Tipp.
  2. Tipp: Verwenden Sie Schlagworte: Ist dann eher wieder ein Einkaufslisten-Tipp. Oder für einzelne Aufgaben. Steuererklärung ist selbsterklärend. Waschmaschine auch. Aber was ist mit Rezept? Weiß ich abends dann immer noch, was ich damit gemeint habe?
  3. Tipp: Gehen Sie strukturiert vor: Bei diesem Tipp froren mir für einen Augenblick alle Gesichtsmuskeln ein. Entweder kotzen oder lachen, dachte ich mir. HALLLLLOOOOO! Genau diese Struktur suche ich doch! Witzbolde!
  4. Tipp: Schreiben Sie sauber und leserlich: Das wäre dann das Minimum, was man erwarten sollte. Allerdings hängen Sauberkeit und Leserlichkeit ja auch entscheidend von der Situation und der Umgebung ab. Und was, wenn ich von Natur aus eine Sauklaue habe? Oder einfach in Eile? Oder keine gute Unterlage? Die meisten Notiz-Methoden raten immer dazu, Papier zu verwenden anstatt auf elektronisches Gerät auszuweichen. Und ehrlich gesagt, habe ich auch schon mal Evernote getestet, weil ich immer nur Gutes darüber höre. Ich fand es weder intuitiv noch sonst irgendwie hilfreich. Also eher nichts für mich.

So, das war dann schon der reichhaltige Fundus aus dem Bereich Tipps zum Notizen machen. Ok, hin und wieder wurde auch erwähnt, man solle nicht nur Text verwenden, sondern könne auch mal was malen. Also, anstatt „Persil“ als Wort eine Persilpackung in Fluchtpunktperspektive ins Notizbuch kritzeln. Wer’s mag. 😛

Meine letzte Idee, wo ich noch nach Tipps und Anregungen suchen könnte, waren ToDo-Listen. Wobei mir da schon klar war, dass ToDo-Listen prinzipiell in eine andere Richtung gehen und definitiv nicht das bieten, was ich suche. Trotzdem dachte ich, ich könnte mal reinschauen, welch unerwartete Schätze dort auf mich warten.

Hier die vier besten Tipps, mit denen ich aufwarten kann:

  1. Tipp: Farbkodierung: Die einzelnen Dinge auf der Liste werden mit unterschiedlichen Farben eingetragen. Ist jetzt nicht gerade simpel, weil man dafür ja auch eine Menge Farbstifte haben muss – und v.a. immer dabei haben muss -, aber OK, damit bekommt man in einen Wust von undurchdringlichem Geschriebsel doch ein wenig Struktur rein.
  2. Tipp: Sammeln Sie ihre Aufgaben digital: Ganz ehrlich, diese Idee ist bahnbrechend. Entspricht nicht meinem Naturell und meiner technischen Ausstattung, aber bahnbrechend.
  3. Tipp: Priorisierung: Hat jetzt eher etwas damit zu tun, welche Aufgaben man dringlicher erledigen sollte als andere. Struktur? Hat man damit auch, bringt mir aber bei einer Charakterskizze herzlich wenig.
  4. Tipp: Zeitangabe: Aufgaben sollen immer mit einem „zu erledigen bis“-Termin versehen werden. Hilft mir bei der Struktur auch nicht wirklich.

Ich konstatiere: Die Ausbeute war mies.

Was sagt mir mein gesunder Menschenverstand?

  • Verwende Trennstriche, verwende Listen und Listenzeichen,
  • fange neue Ideen/Themen auf einer neuen Seite oder zumindest in einer neuen Zeile an, usw.
  • Die Idee mit den unterschiedlichen Farben ist natürlich auch nicht schlecht, aber wie oben schon geschrieben, ich habe nicht immer 12 Stabilos in verschiedenen Farben dabei. Will ich auch gar nicht.

Wirklich weiter gebracht hat mich das persönlich nicht, außer dass ich jetzt erstmal so weitermache, wie bisher. Hinzu kommt, dass ich mich abends damit abquäle, unerledigte Aufgaben in den nächsten Tag zu übernehmen – was übrigens eine blöde Aufgabe ist: Wenn man alles, was man versäumt hat, nochmal auf ein neues Blatt schreibt, fühlt sich das genauso gut an wie ein Dolch im Rücken!

Falls ihr hier mitgelesen habt in der Hoffnung, ich würde euch ganz neue Einblicke in die Struktur von Notizen bieten, dann hat euch diese kleine, dreiteilige Serie sicherlich maßlos enttäuscht. Falls ihr aber, genau wie ich, auch eine Menge gelernt habt, dann freut es mich, dass meine Mühe nicht umsonst war. Ja, ich habe hier und da einige Tipps aufs Korn genommen. Das ist nicht alles so furchtbar niederschmetternd gemeint gewesen. Ich stelle aber fest, dass das Thema strukturiert Notizen erstellen ein noch relativ unbeackertes Gebiet ist – zumindest im Internet.

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Strukturierte Notizen – die Zweite

Nachdem ich meinen letzten Beitrag etwas abrupt beendet habe, möchte ich euch die Einzelheiten meiner Recherche zum Thema „Strukturierte Gestaltung von Notizen“ nicht mehr länger vorenthalten.

Was hat Onkel Internet mir also geflüstet?

Meine erste Idee war, bei Tante Google nach den Schlagwörtern „Notizen machen“ oder „note taking“ zu suchen. Erstaunlicherweise erhielt ich – zumindest bei den deutschen Treffern – viele gleichlautende Informationen von verschiedenen Seiten. Entweder gibt es also nicht mehr Informationen oder irgendjemand hat die besten Informationen immer und immer wieder auf unterschiedlichen Seiten gepostet.

Auf jeden Fall war auffällig, dass immens viele Treffer sich mit dem Notizen schreiben während Vorlesungen oder beim Lernen beschäftigen. Die Tipps waren dann zumeist auch an Studenten gerichtet. Am häufigsten wurde da die Cornell-Methode erwähnt. Hier zwei Seiten, die die Methode kurz und knackig beschreiben: Die Schatenseite und Notizbuchblog.de.

Cornell eignet sich wirklich hervorragend, wenn man mitschreibt während jemand anderer etwas erzählt, z.B. auch während Sitzungen/Meetings als eine Art Protokoll, usw. Ich finde aber nicht, dass das eine gute Methode ist, seine eigenen, persönlichen Notizen zu strukturieren, die ja aus dem eigenen Kopf kommen und eben nicht von irgendjemandem herunter gebetet werden.

Als nächste Variante wird dann häufig Mind Mapping empfohlen. Habe ich auch schon probiert und finde ich für bestimmte Dinge klasse. Aber wenn ich über den Tag verteilt ganz viele, verschiedene Notizen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen notieren möchte, finde ich eine MindMap nicht gelungen. Gerade auch, wenn ich z.B. Dialogfetzen aufschreibe oder seitenweise Charakterzüge einer möglichen Figur skizziere. Auch dafür eignet sich die MindMap einfach nicht.

Es gibt noch ein oder zwei Systeme wie diese, die allerdings ebenfalls nicht geeignet sind für die Art von Notizen, die ich meine. Natürlich lässt sich mit MindMapping oder ähnlichen Methoden eine Einkaufsliste super darstellen, oder grobe Ideen für eine Handlung skizzieren. Sobald ich etwas komplexere Eintragungen vornehme, brauche ich aber wieder ein normales Notizbuch – und da fängt mein Dilemma ja schon wieder an. Ich brauche eine Methode, die für alles greift, und nicht nur für Sonderfälle. Denn getreu dem Motto von ZTD, soll es nur einen Ort geben, an dem ich meine Eintragungen vornehme. Es soll einfach sein, im Sinne von simpel und nicht komplex. Und ich soll mich auf einen Ort für das Sammeln von Aufgaben, Ideen, usw. beschränken, um nicht wieder dem Chaos zum Opfer zu fallen. Das ist ja auch der Charme der ganzen Angelegenheit.

Also habe ich weiter gesucht, weniger nach einem ganzen System sondern nach einzelnen Tipps, wie man z.B. eine Notiz aufbaut. Ich habe mich auch in das Universum der ToDo-Listen-Schreiber begeben.

Was war meine Ausbeute? Oh, haltet euch fest … bis zum nächsten Beitrag. 😉

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Von Zen To Done zu strukturierten Notizen

Alle Jahre wieder versuche ich, Struktur in mein Leben zu bekommen. In mancher Hinsicht sieht es schon viel besser aus als noch zu meiner Jugendzeit. Aber es gibt immer noch Raum für Verbesserungen. (Wo gibt es den eigentlich nicht?)

Fakt ist aber, dass ich zur Zeit mit einigen Abläufen in meinem Leben sehr unzufrieden bin und mit Bergen von Aufgaben konfrontiert werde, die ich teilweise schon deshalb nicht erledige, weil die Mengen immens sind. Sicherlich kann man einen solchen Zustand nicht verbessern, in dem einfach mal mehr Struktur in den Tag bekommt. Wenn zu viel Arbeit da ist, um sie überhaupt an einem Tag zu erledigen, dann ist das einfach nicht zu bewältigen. Punkt.

Soweit sind wir uns wohl einig. Allerdings bleiben in diesem Wust von unerledigten Aufgaben auch viele Dinge hängen, die ich unbedingt erledigen müsste (z.B. die Steuererklärung) oder erledigen möchte (z.B. an meinen Kursheften weiterarbeiten), und auch diese Dinge bleiben einfach auf der Strecke. Wenigstens das möchte ich ändern. Wenn die Wäsche dann mal zwei Wochen ungebügelt da steht, dann ist das eben so. 😛

Auf der Suche nach Systemen, die mir dabei helfen können, meinen Tagesablauf besser zu strukturieren (und auch zu entmüllen), bin ich über Zen To Done (ZTD) gestolpert. Das ist eine Abwandlung des Zeit- und Selbstmanagement-Systems Getting Things Done (GTD) von David Allen. Im Prinzip geht es bei GTD darum, alle Aufgaben einfach mal auf einer Liste zu sammeln, damit man nicht immer daran denken muss. Dann entscheidet man, was man davon erledigen möchte und schließlich setzt man es auch tatsächlich um. Zusätzlich muss man eine verlässliche Ablage aufbauen, in die man die Dinge einsortiert, um sie später auch wieder finden zu können. Das sind die Grundzüge.

ZTD wandelt diese Grundidee ein ganz klein wenig ab, indem es die einzelnen Schritte (Sammeln, Durcharbeiten, Planen, Handeln, usw.) auch als solche anerkennt und für die Eingewöhnung jeweils 30 Tage vorsieht. Man fängt also erstmal damit an, jeden Tage alle Aufgaben, Ideen, Geistesblitze zu notieren. Wenn man das 30 Tage erfolgreich gemacht hat, gewöhnt man sich das Durcharbeiten seiner Aufgaben an, usw.

Ich bin noch bei Schritt 1, dem Sammeln aller Aufgaben und Ideen. Und schon da fängt das Elend bei mir an. Am ersten Tag nahm ich ein halb gebrauchtes Notizbüchlein in Beschlag und fing direkt an, alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kam. Das sah dann erstmal so aus:

Nicht besonders übersichtlich, was? Zwischen Einkaufslisten („Stabilos kaufen“) und Aufgaben („Scrivener-Rezension“) habe ich auch noch kreuz und quer dazwischen aufgeschrieben, wie viel Zeit ich für welche Aufgaben verwendet habe. Und weil das Internet doch sonst so schlau ist, dachte ich, ich schau mir mal an, ob sich nicht auch ein Schlaumeier mal Gedanken gemacht hat, wie man strukturiert Notizen macht.

Bevor jetzt einer loslacht: Ja, ich habe tatsächlich ein Problem damit, strukturiert Notizen zu machen. Natürlich könnte ich für jeden Themen- oder Kontextblock eine neue Seite beginnen, wäre aber auch Papier- und Zeitverschwendung. Ich könnte auch einfach zwischen den einzelnen Themen einen Strich ziehen. Soweit bin ich auch schon gekommen.

Für mich ist das Problem aber viel komplexer. Wenn ich z.B. Ideen für einen Roman oder einen Figur habe, dann fange ich in der Regel einfach an, drauflos zu schreiben. Auch wenn ich diese Blöcke von den restlichen Notizen in meinem Heftlein schön säuberlich trenne, so ist der Block in sich selber immer noch unstrukturiert. Und das stört mich.

Also, was gibt das Internet an Tipps her zum Thema Notizen strukturiert gestalten?

Das erzähle ich euch in meinem nächsten Blogbeitrag. Ach, wie gemein, oder? 😉

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Der innere Kampf

Puh, ich hatte einige nette Tage mit GR02. Eigentlich habe ich das Heft schon nach 10 Seiten trotzig in die Ecke geschmissen und mich drei Tage lang geärgert. „Pah! Von wegen Notizen, Karteikarten, Gliederung, und so ’n Zeuchs!“ Ich war so richtig sauer. Und warum ich das war, habe ich zunächst gar nicht verstanden.

Bevor ich pseudo-psychologisch werde, erkläre ich erstmal worüber ich mich aufgeregt habe. Es geht im Heft darum, wie man Material sammelt und schließlich gliedert, um daraus eine Geschichte zu machen. Das Vorgehen an sich ist identisch, egal ob man einen Roman, eine Kurzgeschichte oder einen Sachtext verfasst. Die Hinweise darauf, dass Zeitungs- oder Fernsehredaktionen vor allem deswegen so effizient sind, weil Material und Notizen zu verschiedenen Themen natürlich über Monate oder Jahre hinweg gesammelt und archiviert werden, um sie dann bei einem aktuellen Geschehen herauszukramen und entsprechend einzusetzen, haben mich in meinem Standpunkt bestärkt. Und der ist, dass man als „kreativer“ Schreiber dieses ganze Dingsbums gar nicht braucht. Notizen archivieren, nach Themen sortieren, nach Anfang, Mittelteil, Schluss gliedern, usw. Wozu das alles? Bei mir macht das alles der Kopf! Brauch ich nicht. Basta.

Tja, was mich dann tatsächlich gefuchst hat an der Sache ist, dass ich mich ertappt gefühlt habe. Ertappt dabei, erfolglos einfach drauf los zu schreiben. Zwar habe ich durchaus Ideen und manchmal auch fertige Geschichten im Kopf, an Details und Eindrücken mangelt es mir im Kopf nicht, aber dann, wenn es darum geht sie alle niederzuschreiben, verliere ich mich häufig in all diesen Eindrücken und ich merke, dass ich den Weg nicht konsequent entlang gehe, sondern an jedem Busch, jeder Hecke und jedem kleinen Trampelpfad stehen bleibe, dies oder jenes unbedingt noch mit einbauen will und dann zumeist das eigentliche Ziel aus den Augen verliere. Oder ich entscheide mitten im Schreiben, die Geschichte komplett umzuwerfen, mit dem Ergebnis weder Fisch noch Fleisch vor mir liegen zu haben.

Ich habe also schon irgendwie erkannt, dass ich so nicht weitermachen kann, wie ich es bisher getan habe. Andererseits, und da rührt wohl der Trotz und meine Reaktion her, lasse ich mir ungern etwas aufzwingen. Und im ersten Moment empfand ich das als Zwang. Da wird Patricia Highsmith zitiert oder auf andere bekannte Schriftsteller verwiesen, die alle irgendwie diese Methode angewendet haben. Ja, es scheint so, dass alle erfolgreichen Schriftsteller genau das und nichts anderes machen. Notizen sammeln, archivieren und gliedern, gliedern, gliedern, bis ihnen die Finger abfallen!
Ich gebe zu, ich bin ein Mensch, der erstmal mit den Zähnen knirscht, wenn andere ihm sagen, was er besser machen könnte (nicht zwingend muss). Ich würde eben gerne von mir behaupten wollen, es doch schon richtig zu können und ungern einsehen müssen, dass ich es eben doch nicht kann.

Nachdem ich aber ein paar Tage darüber gebrütet habe kann ich es mir zugestehen, einiges auszuprobieren und anderes eben nicht (z.B. die Karteikarten oder Ordner, um z.B. Zeitungsausschnitte zu archivieren – halte ich für zu kompliziert, dafür habe ich keine Geduld und würde das nicht lange durchhalten). Ich halte das Prinzip für nicht ganz abwegig und kann schon akzeptieren, dass es auch mir weiterhelfen kann (nicht zwingend muss).

Und ich habe dann auch schon eine gute Idee entwickelt, wie ich mein eigenes Archiv aufbauen kann, ohne auf irgendwelche Zettelwirtschaften angewiesen zu sein. Ich verwende einfache eine Wiki-Software und mach das alles hier auf dem Rechner. Großartige Zeitungsleserin bin ich ohnehin nicht, aber wenn mir doch mal was in die Finger fällt, lässt sich das zur Not auch eintäckern. 🙂