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Auch EA GR08 zurück

GR08 ist irgendwann am Wochenende korrigiert worden. Heute morgen habe ich das Ergebnis aus dem Autoren-Campus heruntergeladen.

Der einzig richtige Kritikpunkt meiner Studienleiterin war, dass ich keine in sich zusammenhängende Geschichte geschrieben habe. Das stimmt. Ich habe eher einen Anfang eines Kinderromans entwickelt. Es gab einige Verbesserungen, aber im Großen und Ganzen war die Aufgabe sonst gut bearbeitet. 🙂

Das Ergebnis ist unten zu sehen. Der erste Absatz war vorgegeben, ab dem zweiten Absatz ist das meine eigene Arbeit.

Das Familiengeheimnis

Es kam mit der Morgenpost: ein ganz normal aussehendes Paket in braunem Packpapier und verschnürt mit derber Doppelschnur. Es unterschied sich in nichts von den Tausenden anderer Pakete, wie sie die Postboten tagtäglich austragen. Mit diesem aber hatte es eine besondere Bewandtnis – eine ganze besondere …

Ich wusste, dass es mein Leben verändern würde. Großmutter hatte es mir letzten Sommer, als ich die Ferien bei ihr verbracht hatte, erklärt.
„Du bist jetzt alt genug“, hatte sie gesagt. „Jetzt kann ich dich in unser Familiengeheimnis einweihen. Du darfst es aber niemandem erzählen“, hatte sie mich ermahnt. „Niemals, hörst du?“

Ich schaufelte das Mittagessen hastig in mich hinein. Meine Augen klebten an dem Paket, das ich neben der Treppe abgelegt hatte. Mama und Papa taten ganz unauffällig, so als ob sie von nichts eine Ahnung hatten. Nach dem Essen kündigte Mama an, sie würde im Keller bügeln. Und Papa wollte den ganzen Nachmittag in der Garage verbringen. Er müsse dort endlich mal wieder aufräumen. Dabei hatte er das erst letzten Samstag getan.

Ich schnappte das Paket und nahm eilig jede zweite Stufe. Oben angekommen atmete ich wie ein Hundertmeterläufer. Die Adresse hatte Großmutter in ihrer altmodischen, schnörkeligen Schrift auf das Papier gekritzelt. Die Schnur war fest verknotet, ich musste sie durchschneiden. Ungeduldig wollte ich das Papier aufreißen, aber Großmutter hatte es an den Ecken ordentlich mit ganz viel braunem Klebeband gesichert. Ich zückte nochmal die Schere und trennte das Papier mit einem Ratsch in der Mitte auf.

Voller Ehrfurcht blickte ich auf den vergilbten Karton, der zum Vorschein kam. Ich erkannte ihn sofort. Es war der Karton aus der Speisekammer, in dem Großmutter das gute Besteck aufbewahrte. Er roch nach Weihnachtsgebäck, Brathähnchen, ranziger Butter und Spülmittel, die vielen Fettflecken gaben ihm das vertraute Muster. Sie hatte wohl die erstbeste Verpackung gewählt, die sie finden konnte.

Ehrfürchtig strich ich mit den Fingern über die runzelige Oberfläche und erinnerte mich an die Ferien in ihrem Landhaus. Beim Schälen der Äpfel hatte sie zum ersten Mal von den Geheimnissen gesprochen, die unsere Familie umgaben. Ich war so neugierig, so aufgeregt gewesen.
„Bitte Großmutter, bitte, erzähl mir davon. Was ist das für ein Geheimnis?“ Ich hatte gefleht und gebettelt. Mit ihrem weichen Lächeln hatte sie mich zur Geduld gemahnt und sich dann dem Apfelkuchen zugewandt.

Schließlich öffnete ich den Karton. Der Deckel gab ein kratzendes Geräusch von sich. Und da war das nächste Hindernis. Was auch immer Großmutter verpackt hatte, es lag in weißem, feinem, duftendem Seidenpapier, das bei der kleinsten Berührung leise raschelte. Ich zog ungeduldig daran, nur um auf eine weitere Verpackung zu stoßen. Was zum Kuckuck hatte sie denn so oft verpackt?

Ich streifte auch die letzte Schicht ab und hielt ein kleines, dünnes Buch in Händen. Der braune, glatte Lederumschlag war unscheinbar, er trug keinen Titel und keinen Hinweis auf den Inhalt. Ich betrachtete es von allen Seiten, drehte und wendete es. Schulterzuckend legte ich es vor mir ab. Sollte es das schon gewesen sein? All diese verheißungsvollen Familiengeheimnisse, von denen niemand etwas erfahren durfte, hier, in diesem … Schmierheft?

Ich schnaufte tief durch und blies mir die Haare aus den Augen. Immer wieder schaute ich missmutig auf das Büchlein. Ob es sich wohl lohnen würde, es zu öffnen? Wahrscheinlich war die Warterei umsonst gewesen. Hatte Großmutter mich nur an der Nase herumgeführt? War das ein Trick, damit ich mich während der Ferien nicht langweilte? Wollte sie also nur, dass ich ihr interessiert zuhörte? Wie gemein.

Ich schnappte das Buch und blätterte es einmal hastig durch. Alle Seiten waren leer. Wie doof war das denn? Ein leeres Heft hatte sie mir geschickt. Warum all dieser Aufwand für ein altes, stinkendes Heft? Ich raffte alles zusammen, um es in die große Mülltonne im Hof zu bugsieren. Gerade wollte ich die Tür öffnen, als es klopfte. Doch das Klopfen kam nicht von meiner Zimmertür. Das Klopfen kam aus dem Buch in meiner Hand.

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GR08/09: EAs fertig

Beide EAs für Heft 8 und Heft 9 sind fertig. GR08 hatte ich extra noch ein bisschen liegen lassen, um noch Änderungen anzubringen. War auch wirklich gut, denn prompt habe ich das Konzept (teilweise) über den Haufen geworfen und eine etwas andere Geschichte konzipiert. Jetzt wäre ich also soweit, das Ganze wegzuschicken. Wobei ich mich frage, ob ich es nicht lieber nochmal ein paar Tage liegen lassen sollte. Ich bin eigentlich zufrieden, aber ob ich das Morgen früh auch noch bin? 😉

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GR08: EA erledigt, sie bleibt aber noch liegen

Die Einsendeaufgabe für Heft 8 liegt fast fertig vor mir. Ich werde sie dieses Mal einige Tage liegen lassen. Es gibt auf jeden Fall Raum für Verbesserungen. Ich schaue einfach mal, was ich in den nächsten Tage noch an Eingebungen haben werde.

Ich hatte mich direkt für den ersten Anfang entschieden, obwohl ich auch noch für die zweite Einleitung einige Stichworte verfasst habe. Für die dritte Einleitung fiel mir aber nicht so viel ein, deshalb habe ich mich damit nicht näher beschäftigt. Ich packe Heft 8 jetzt zurück ins Regal und mache direkt weiter. Vielleicht schaffe ich es noch vor Weihnachten, die Grundschule vollständig abzuschließen. :)0

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GR08: Briefeschreiben / Tagebuchführen

Heft 8 war schnell gelesen. Hier meine kleine Zusammenfassung:

Im ersten Teil ging es um das Briefeschreiben, das in unserer heutigen Zeit außer Mode geraten ist. Ich denke, dass ich seit mindestens zehn Jahren keinen Brief privat und handschriftlich verfasst habe (mal abgesehen von Entschuldigungsschreiben an die Lehrerin meines Sohnes). Früher habe ich das sehr gerne gemacht, hatte Brieffreundschaften auf der ganzen Welt. Aber meine Handschrift ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.
Insgesamt war das Kapitel interessant, weil es auch auf die literarische Form des Briefeschreibens – z.B. als Briefroman – einging (man denke da an Sophies Welt). Auch pflegten Autoren früher intensive Briefwechsel (Thomas Mann und Hermann Hesse, Goethe, Kafka, u.a.), die ja teilweise auch veröffentlicht wurden. Briefe seien in früheren Zeiten so eine Art schreibende Herausforderung gewesen. Wer schaffte es, sich gewählter und gekünstelter auszudrücken? Und wie konnte man den Brief, den man erhalten hatte, in Stil und Inhalt noch toppen?

Heute ist das freilich alles nicht mehr so interessant. Allenfalls an Behörden oder Unternehmen schickt man heutzutage noch etwas Schriftliches per Post. Alles andere läuft per E-Mail und vermutlich nur noch peripher per Fax. Trotzdem ermutigt das Studienheft dazu, Briefwechsel zu pflegen. Ich wüsste jetzt nur nicht, mit wem ich das tun sollte.

Damit kommen wir schon zum nächsten Thema, nämlich dem Tagebuchschreiben. Auch das ist etwas, das man wärmstens ans Herz gelegt bekommt. Weil Autoren von ihren eigenen Erfahrungen profitieren können. Tagebucheinträge seien wie Notizen Material, aus dem später Geschichten entstehen würden. Es werden auch unzählige Autoren aufgeführt, die das so gemacht haben. Und man wird ermutigt, es wenigstens zwei Wochen lang auszuprobieren. Für zehn oder 15 Minuten, es müsse gar nicht viel sein. Auf jeden Fall erlauben Tagebucheinträge, sich Erlebtes wieder lebendig ins Gedächtnis zu rufen. Ein Tagebuch sei ein Seelenspiegel und schärfe die Beobachtungsgabe. Kurz wird noch auf die Form des Reisetagebuchs als Grundlage für Romane eingegangen.

Für mich ist das eher ein schwieriges Thema. Tagebuchschreiben habe ich nie gerne gemacht. In der Regel wusste ich gar nicht, was ich überhaupt hinschreiben sollte. Und so verlief jeder Versuch irgendwie im Sand. Nach ein paar Seiten gab ich es auf. Ob ich es wirklich nochmal versuchen soll – wenn auch nur für zwei Wochen – weiß ich im Moment nicht. Eigentlich ist das Thema Tagebuch für mich abgehakt.

Zum Schluss noch die Einsendeaufgabe, die weder mit Briefen noch einem Tagebuch zu tun hat. Man hat drei vorgegebene Anfänge und soll daraus den Rest der Geschichte entwickeln. Welchen der drei Anfänge man wählt, bleibt einem selber überlassen.