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Für Zwischendurch

Ich komme gerade nicht weiter mit meinem Romanprojekt. Aber vor ein paar Tagen bin ich über diesen Beitrag gestolpert. Der Beitrag stammt schon aus dem Jahr 2014, und vermutlich kennt der eine oder andere die darin beschriebenen 20 wichtigsten Regeln für Autoren, die Stephen King zusammengefasst hat.

Ich wage hier trotzdem mal eine Übersetzung:

  1. Schreibe zu allererst für dich selbst und denke erst dann an dein Publikum.
  2. Kein Passiv verwenden.
  3. Adverbien vermeiden.
  4. Vermeide Adverbien vor allem nach „er sagte“ oder „sie sagte“.
  5. Aber versuche nicht, grammatikalisch perfekt zu sein.
  6. Die Magie steckt in dir.
  7. Lese, lese, lese.
  8. Mach dir keinen Kopf darüber, wie du andere Menschen glücklich machen kannst.
  9. Schalte den Fernseher aus.
  10. Du hast drei Monate Zeit. („Der erste Entwurf für ein Buch – auch für lange Bücher – sollte nie länger als drei Monate, also eine Jahreszeit, dauern.“)
  11. Es gibt zwei geheime Zutaten für den Erfolg. („Ich blieb körperlich gesund und verheiratet.“)
  12. Schreib ein Wort nach dem anderen.
  13. Entferne alles, was dich ablenken könnte.
  14. Bleib bei deinem eigenen Stil.
  15. Grabe die Geschichte mithilfe der Werkzeuge, die die zur Verfügung stehen, aus.
  16. Mach auch mal eine Pause.
  17. Lass das Langweilige weg und bringe deine liebsten Figuren um die Ecke.
  18. Deine Recherche sollte die Geschichte nicht überdecken.
  19. Autor wird man einfach durch Schreiben und Lesen.
  20. Beim Schreiben geht’s darum, glücklich zu werden.

Es lohnt sich, vielleicht doch den Beitrag von oben zu lesen, denn dort sind für alle Punkte nochmal Originalzitate aus Kings Buch „On Writing“ enthalten. Damit erklären sich Verständnisfragen (wie z.B. bei Punkt 15) von alleine.

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Schreiben als Beruf?

Beruflich stehen Veränderungen an. Ich bin in einer Krise und muss neue Wege gehen.

Im Moment denke ich über einen kompletten Neuanfang nach. Das ist einerseits schwierig, weil ich erstens nicht weiß, wohin die Reise gehen soll und zweitens ist das mit dem Neuanfang auch nicht so einfach. Möglicherweise steht eine Umschulung an, und das ist ja keine kleine Sache. Außerdem kann ich das u.U. nicht alleine wuppen, müsste mich also an die Arbeitsagentur wenden. Aber erstmal müsste ich ja auch herausfinden, was ich denn beruflich gerne machen möchte.

Da kam bei mir auch die Idee, schreibend tätig zu werden. Entweder als Schriftstellerin, Journalistin, Werbetexterin, Verlagslektorin, Übersetzerin oder in sonstiger Weise. Zunächst war das ein ziemlich diffuser Gedanke. Irgendwas mit Schreiben sollte es sein.

Konkreter wurde es zunächst nicht

Als mir der Gedanke kam, passierten zwei Dinge. Zunächst musste ich mit einem HWS-Syndrom kämpfen, weil ich diesen Sommer viel Zeit vor dem Computer verbracht hatte. Offensichtlich in keiner guten Position, denn dadurch habe ich mir einen Nerv eingeklemmt und konnte schließlich nicht mal mehr auf mein Smartphone oder in ein Buch reinblicken. Insofern erschien es mir keine gute Idee, einen Beruf anzupeilen, der ebenfalls hauptsächlich vor dem Schreibtisch und dem PC stattfinden würde. Da wären HWS- oder sonstige Syndrome vermutlich auf der Tagesordnung.

Aber selbst als die Schmerzen etwas besser wurden hatte ich den Eindruck, das Ganze passt nicht zu mir. Im Grunde seltsam, weil ich schon gerne schreibe. Ich verbringe viel Zeit damit. Was also wäre falsch, das zum Beruf zu machen, was ich doch ohnehin schon tue?

Zwei Dinge fehlen mir

Es sind zwei Dinge, die es mir irgendwie schwer machen, mich dieser Idee sofort an den Hals zu werfen und sie umzusetzen. Erstens habe ich in meinem bisherigen Leben viele Dinge ohne großartige Ausbildung, einfach nur durch Learning-by-doing, getan. Das ist nicht die schlechteste Sache der Welt. Ich habe teilweise viel gelernt und auch gute (natürlich auch schlechte) Erfahrungen gemacht. Aber mir fehlte immer ein Zertifikat, ein Zeugnis, irgendwas, mit dem ich ganz offiziell sagen konnte: „Schaut her: Das tue ich, weil ich es gelernt habe.“

Ich weiß, dass das im schreibenden Bereich vielleicht gar nicht notwendig ist. Wo gibt es schon die staatlich geregelte Ausbildung zur Schriftstellerin? Haben Charlotte Link oder Sebastian Fitzek sowas? Nö, haben die nicht. Es zählt, was du zu Papier und zur Veröffentlichung bringst.

Dafür gibt es für Journalisten, Werbetexter, Übersetzer Ausbildungen, auch wenn nicht alle staatlich geregelt sind. Am Ende kommt es doch auch darauf an, was man kann und wie viel Erfahrung man in dem Bereich hat. Und auch hier ist irgendein Zeugnis kein Garant für eine Stelle (und es ist fraglich, ob mir eine solche Umschulung finanziert werden würde).

Aber das ist ja nur die eine Sache, die mir fehlt. Das andere ist das Gefühl, gut aufgehoben zu sein und auch Spaß daran zu haben. Ich sehe es ja hier, bei diesem Projekt. Mein Gott, wie lange eiere ich hier schon herum mit meinem eigenen Roman? Wie viele habe ich schon geschrieben und in den Tiefen meiner Festplatten verschwinden lassen? Wie oft habe ich mir gesagt: „Jetzt aber geht es los!“, nur um mich dann von Lebensereignissen oder ungünstigen Situationen ausbremsen zu lassen? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich beruflich Fuß fassen könnte als Schriftstellerin?

Oder als Journalistin? Die ja hauptsächlich nur noch freiberuflich tätig sind, und immer neue Aufträge finden müssen, um sich über Wasser zu halten. Und dann gerne im Bereich der Werbetexterei, PR oder Schriftstellerei „wildern“, um ein erträgliches Einkommen zu haben?

Übersetzer sind zum großen Teil auch nur noch freiberuflich tätig. Wenige werden eingestellt und müssen sich dann eher mit organisatorischen Dingen herumschlagen, anstatt zu übersetzen. (Das weiß ich, weil ich in diesem Beruf – ohne Ausbildung – viele Jahre tätig war.)

Die Ernüchterung stellt sich relativ schnell ein

Während ich das hier so schreibe merke ich, dass sich bei mir relativ schnell ein Gefühl der Ernüchterung eingestellt hat. Nicht nur bezüglich der schreibenden Berufe und ihrer unsicheren Aussichten, sondern auch bezüglich mir selbst.

Mir wird immer klarer, dass ich wohl bei einem normalen Schreibtischjob mit klar definierten Aufgaben und Arbeitszeiten besser aufgehoben wäre. Nicht, weil die Freiheiten, die eine Schriftstellerin genießt, mir nicht gefallen würden. Sondern weil ich bewiesen habe, dass ich mit diesen Freiheiten nicht umzugehen weiß. Wäre ich hauptberuflich Schriftstellerin, würde man nie ein Werk von mir lesen, weil es keines gäbe.

[Es gibt natürlich immer noch die Möglichkeit, in einem Verlag unterzukommen und dort eine Festanstellung z.B. als Lektorin zu bekommen. Das habe ich noch nicht vollständig ausgeschlossen, bin mir aber durchaus bewusst, dass ich dafür auch keinerlei Qualifikationen und schon gar keine Vorerfahrungen habe. Sollte ich diesen Weg gehen wollen, wird es also auch ein steiniger. Zumal ich mit Ü40 für Arbeitgeber nicht mehr so attraktiv bin.]

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Der Fall Blogger gegen Fantasy-Autor

Über einen Tweet der SdS bin ich auf den Fall eines Fantasy-Autors vs. einer Bloggerin gestoßen. Für diejenigen, die nicht wissen, worum es geht: Eine Bloggerin verfasste eine Buchrezension und erhielt daraufhin mehrere negative Kommentare des Autors zurück. Das führte sogar dazu, dass sich die Verlegerin einschaltete und mit rechtlichen Schritten drohte.

Dramatisch daran ist wohl, dass der Autor nicht nur einen negativen Kommentar verfasste, sondern mehrere und die Bloggerin darin auch beschimpfte. Dass auch die Verlegerin in diese Kerbe schlug, muss man als tragisch (im Sinne von „da kann man nur mit dem Kopf schütteln“) bezeichnen.

Auf den Fall an sich möchte ich jetzt gar nicht weiter eingehen. Was mich allerdings etwas betroffen machte, war die Tatsache, dass der Autor behauptete, man könne keine Rezension verfassen, wenn man ein Buch nicht vollständig gelesen habe. Die Bloggerin wiederum hatte ihre Rezension damit begonnen, dass sie von ihren zwei Anläufen berichtete, das Buch zu lesen und einfach nicht über Seite 90 hinaus kam. Und damit wolle sie es auch bewenden lassen.

Dabei musste ich mich an ein Werk eines berühmten amerikanischen Autors erinnern. Ich kaufte mir das Buch Ende der 90er Jahre im englischen Original und begann zu lesen. Mühsam ernährte sich das Eichhörnchen, denn nach 10 Tagen war ich nicht weiter als Seite 20 gekommen. Als das Buch dann einmal vier Wochen unberührt da lag und ich schon gar nicht mehr wusste, worum es eigentlich ging, begann ich wieder von vorne zu lesen. Diesmal kam ich ca. bis Seite 40. Dann war einfach Schluss. Ende. Ich konnte mich nicht motivieren, auch nur noch eine Seite zu lesen. Das Buch landete im Regal und verstaubte, bis ein Freund mich fragte, ob er es haben könnte. Ich gab es ihm gerne mit, denn ich fand es einfach nur furchtbar.

Ich wäre (und würde auch heute) nicht auf die Idee gekommen, eine Rezension zu verfassen. Wenn dieser Freund mich aber gefragt hätte, wie ich das Buch gefunden hatte, hätte ich ihm wahrheitsgemäß über meine Erfahrung berichtet, dass ich nach zwei Anläufen aufgegeben hatte. Ich fand das Buch damals einfach schlecht. Es lag nicht an der Sprache, denn ich las damals viele Bücher in Englisch. Ich konnte den Inhalt problemlos verstehen. Aber nichts an dem, was ich auf den ersten 40 Seiten fand, faszinierte mich. Was hätte ich sonst auch antworten können, wenn mich jemand gefragt hätte?

Natürlich sind 40 Seiten nicht das komplette Buch. Sie sind nur ein Teil davon. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass das Buch nach diesen ersten 40 Seiten nicht noch besser geworden wäre. Das Gegenteil behaupte ich auch gar nicht. Aber dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen hatte, ist dennoch meine Erfahrung mit diesem Buch. Warum sollte ich das nicht mitteilen dürfen? Warum sollte ich über das, was ich während dieser ersten 40 Seiten negativ gefunden hatte, nicht berichten?

Kurzum: Ich kann keinen Grund sehen, warum ich nicht über meine Leseerfahrung berichten dürfte, auch wenn ich das Buch nicht bis zur letzten Seite gelesen habe. Es geht ja schließlich um meine persönliche Leseerfahrung, die genau so und nicht anders aussieht. Und dass nicht jeder meine Meinung teilt, zeigt sich alleine schon daran, dass das Buch, das ich mir gekauft hatte, später von Hollywood verfilmt wurde. Den Film habe ich mir aber niemals angesehen. 🙂

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Normseiten-Chaos

Mag sein, dass die Frage nach über einem Jahr Fernkurs etwas spät kommt, aber ich muss doch mal fragen, wie das mit den Normseiten eigentlich gedacht ist. Ich glaube, im Computerzeitalter ist der Sinn der Normseite nicht mehr ganz nachzuvollzieihen.

Vielleicht erkläre ich mal, welche Schwierigkeiten ich habe.
Ich habe ganz am Anfang mit einer Vorlage angefangen, die ich im Forum des SdS gefunden hatte. Dort war relativ viel voreingestellt, aber z.B. nutzte die Vorlage Blocksatz. Meiner Meinung nach ist Blocksatz aber die falsche Einstellung, weil jegliche Textverarbeitungssoftware bei Blocksatz die Abstände zwischen den Zeichen verändert, um die Zeilen ja immer gleich zu machen. Damit kann eine Zeile einmal 60 Zeichen, dann aber auch wieder 63 oder nur 55 Zeichen fassen. Das entspricht ja nicht der Vorgabe, dass eine Normseite 30 Zeilen á 60 Zeichen hat.

Also habe ich die Vorlage linksbündig ausgerichtet. Damit werden die Zeilen nicht immer ganz aufgefüllt, da ja auch keine Silbentrennung verwendet werden darf. Jede Zeile ist nominell 60 Zeichen lang, aber es stehen auch wieder keine 60 Zeichen darin. Manchmal passt es, manchmal nicht.

Nun frage ich mich, ob die Normseite in der heutigen Zeit nicht doch nur als Rechengrundlage dient.
Beispiel: Wenn die Vorgabe lautet, dass ich 80 Zeilen schreiben soll, dann kann ich theoretisch mit meiner Vorlage in Zeile 80 einfach aufhören. Die Tatsache, dass manche Zeilen nicht ganz aufgefüllt sind, ist dann halt so. Auch Leerzeilen zählen dann zur Arbeit dazu.
Oder aber rechne ich mir anhand der Vorgabe die Gesamtzeichenzahl aus (also 80 Zeilen * 60 Zeichen = 4800 Zeichen Gesamtumfang) und richte mich nach meiner Statistik in der Textverarbeitung, beende meine Arbeit also, wenn ich 4800 Gesamtanschläge erreicht habe. Dann geht mein Text über Zeile 80 hinaus und die Tatsache, ob ich viele oder keine Leerzeilen habe, spielt auch gar keine Rolle.

Bei Zeile 80 aufhören oder bei 4800 Anschlägen aufhören? Was ist jetzt richtig? ❓

AKTUALISIERUNG:
Ich habe im Internet nach einer Antwort auf meine Frage gesucht.
Hier ein paar Auszüge:

  • Wikipedia: Normseite ist 30 Zeilen à 60 Anschläge; zu Zeiten der Schreibmaschine hat man dazu tatsächlich auch Leerzeichen und leere Zwischenräume gezählt. Neuerdings wird die Normseite sogar vom VG Wort als Rechengrundlage genutzt, also man errechnet die Gesamtanschlagszahl pro Seite (30 * 60 = 1800 bzw. vereinfacht 1500 Zeichen).
  • Literaturcafe: Die Normseite hat 30 Zeilen à 60 Anschläge. Die Gesamtzeichenzahl aus der Textverarbeitungsstatistik durch 1800 Anschläge zu teilen ist als falsch anzusehen. Hier gibt es Tipps, wie man seinen Text in Normseiten umwandelt. Im übrigen sei Flattersatz korrekt – also kein Blocksatz, sondern am ehesten linksbündig ausgerichtet.
  • Lektorat Vera Hess: Normseite umfasst 30 * 60 oder 1800 Zeichen. Erklärung, wie man das mit Word einstellt.
  • Autoren im Web: Die Normseite enthält 1600 Zeichen. Es gibt Vorlagen zum Download.
  • Schreibbüro Richter: Die Normseite hat 30 Zeilen à 60 Zeichen bei zweizweiligem Zeilenabstand und 12-pt-großer Schrift. Anleitung, wie man eine Normseite erstellt sowie Download von Vorlagen.
  • WörterWelt.de: Angaben, wie man Normseiten bei verschiedenen Schriften erstellt sowie Download der Vorlagen. Keine Angabe, wie viel Zeichen man pro Zeile eingestellt hat bzw. ob die Gesamtzeichenzahl ausschlaggebend ist.

Was lerne ich daraus? 5 Personen, 7 Meinungen.
Wenn man letztlich vom Ursprung ausgeht, nämlich dem Schreibmaschinen-Zeitalter, dann scheinen die Vorgaben vom Literaturcafe am ehesten zu stimmen. Ist halt die Frage, ob wir irgendwann – nicht nur praktisch, sondern auch gedanklich – das Schreibmaschinen-Zeitalter hinter uns lassen werden.

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Roman-Werkstatt der SdS – Hier sind die Blogs

Kaum ist die Roman-Werkstatt draußen, gibt es auch schon das erste Blog eines Teilnehmers:

Werkstattschreiber’s Blog

Falls ich in nächster Zeit auf noch mehr Blogs/Teilnehmer stoße, werde ich diese Liste erweitern. Ihr könnt auch gerne einen Kommentar an diesen Beitrag anfügen, wenn ihr Teilnehmer seid (egal ob mit oder ohne Blog).

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Rezension: Neugier ist ein schneller Tod – Ann Granger

Wie versprochen, meine Rezension zu Neugier ist ein schneller Tod von Ann Granger. Ich hatte auch schon eine Rezension zum ersten Buch aus dieser Reihe geschrieben.

Auch dieses Mal war ich nicht besonders gefesselt vom Buch. Das war mir auch schon bei „Wer sich in Gefahr begibt“ aufgefallen. Ich konnte das Buch aus der Hand legen und vermisste es zwei Tage lang überhaupt nicht, ehe ich weiterlas. Hm. Im Grunde ist das schon kein so gutes Zeichen. Wenn mich ein Buch wirklich fesselt, dann mache ich schon mal die Nacht durch, wenn es sein muss (und ich fit genug bin).

Aber Ann Granger schafft es mit ihren Krimis aus viktorianischer Zeit einfach nicht, meine Aufmerksamkeit zu binden.

Aber nun zum Inhalt. Nachdem Lizzie Martin an ihrer ersten Stelle nicht so glücklich war, wird ihr eine neue Möglichkeit geboten. Sie soll sich als Gesellschafterin bei einer sehr jungen Dame versuchen, die erst vor kurzem ihre Neugeborenes verloren hat und nun etwas Beistand benötigt. Dazu kommt, dass sie weit draußen auf dem Land bei ihren jungfräulichen Tanten, die um die Fünfzig sind, wohnt.

Während des Aufenthaltes von Lizzie Martin kommt es zum Mord an einem Rattenfänger und Benjamin Ross wird zum Fall hinzugezogen. Und ab da geht die Geschichte den gewohnten Gang.

Spannend finde ich die Aufteilung der Geschichte. Es wird mal abwechselnd aus der Sichtweise von Lizzie Martin, mal aus der von Benjamin Ross geschrieben. Auch ganz gut gefallen hat mir, dass die verwendete Sprache wirklich ganz in die damalige Zeit passt. Das ist gut gelungen.

Ziemlich schnell im Laufe der Geschichte wurde mir aber klar, wer der Mörder sein musste und was sonst noch schief lief in diesem Haushalt. Und ab da habe ich nur noch eine Ansammlung von Klischees und Stereotypen vorgefunden. Vielleicht ist das Schubladendenken nicht so extrem wie im ersten Roman dieser Reihe. Aber man findet sich immer wieder mit vorgefertigten Mustern konfrontiert, die mich persönlich stören.

Nun ja, diesmal habe ich kein Geld ausgegeben, somit wandert das Exemplar zurück in die Bücherei. Und es wartet die nächste Kay-Scarpetta-Geschichte auf mich.

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Inspiration ohne Demotivation

Es ist mir letzte Woche passiert, dass ich einen Roman las, der in ungefähr in dieselbe Richtung geht, wie mein NaNoWriMo-Projekt von 2009. Und dabei fiel mir auf, wie detailreich und blumig diese Autorin schrieb. Ganz toller Stil, wunderbare Umschreibungen. Und mir war auch gleich klar, dass ich nicht annähernd einen solchen Schreibstil zu Tage fördern könnte. Nicht einmal, wenn ich von heute an nur noch solche Romane lesen würde, um mich davon inspirieren zu lassen. Ich bin schlichtweg nicht dazu im Stande, diese Art von Schreibstil zu entwickeln. Und ja, ich weigere mich auch ein wenig, obwohl mir der Schreibstil in besagtem Roman ganz gut gefiel. Es passte eben.

Aufgrund dieser Erkenntnis war ich schon irgendwie demotiviert. „Wenn du nie lernen kannst, so zu schreiben, und dich sogar ein wenig weigerst, wie soll es dann jemals mit einem Roman klappen?“ fragte ich mich. Irgendwie biss ich mich so daran fest, dass ich einige Tage gar nichts tat. Schließlich würde es ja doch nie klappen…

Mit so ein paar Tagen Abstand bin ich aber wieder guter Dinge. Ja, ich schreibe nicht so wie diese eine Autorin. Punkt. Ich schreibe so, wie ich. Punkt. Damit ist im Moment noch nichts weiter bewiesen, als dass wir zwei vollkommen unterschiedliche Personen sind. Mehr aber auch nicht.

Und mit dieser Erkenntnis begebe ich mich wieder zurück an meine Projekte…