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Software-Kritik: Scrivener

Ich teste gerne Software, auch wenn ich regelmäßig im Voraus schon weiß, dass ich die Software im Grunde gar nicht benötige. Auch bei Scrivener war mir das bewusst, trotzdem habe ich die Testversion installiert und werde heute meine Eindrücke mit euch teilen.

Hier mein erster Eindruck nach dem Start:

Scrivener Startbildschirm

Zugegeben, ich war erstmal etwas überfordert. Wofür soll das gut sein? Nach dem ich die ersten Kapitel des Tutorials durchgearbeitet hatte, wurde mir einiges klarer. Scrivener ist sozusagen alles, was man als Autor braucht. Sowohl Textverarbeitung als auch Wiki als auch Notizzettel und Ablage von Recherchematerial. Man kann es nutzen zur Herstellung von Plots und Geschichtssträngen als auch für das eigentliche Manuskript. Es ist ein sehr vielseitiges Tool. Aber die Vielseitigkeit wird meines Erachtens auch zu seinem Problem.

Fangen wir vorne an. Der Grundaufbau von Scrivener ist der eines Wiki. Jedes Projekt ist eine Art Ordner, in dem alles gesammelt wird. Die linke Leiste wird Binder genannt und ist sowas wie das Inhaltsverzeichnis dieses Ordners.

Es dient sowohl zum Navigieren als auch zum Erstellen der eigentlichen Struktur. Das Testprojekt, das man hier sehen kann, ist aufgeteilt in Draft (=Entwurf), Research (=Recherche) und Trash (=gelöschte Inhalte). Dazwischen hat der Autor eigene Kapitel eingefügt (Part 1, Part 2, usw.). Man könnte hier seine ganz eigene Aufteilung vornehmen, wenn man ein Buch schreibt: nach Kapiteln, Anfang-Mittelteil-Schluss, usw. Die Teile selber kann man dann auch nochmal in unterteilen, in Szenen oder Unterkapitel, usw. Das wirklich tolle daran ist, dass man bei Scrivener diese einzelnen Kapitel und Teile in der Ansicht so darstellen lassen kann, dass sie wie ein Kapitel aus einem Guß erscheinen. Trotzdem sind sie innerhalb der Software getrennt. Man kann auch Kopien von jedem Text herstellen, ehe man ihn verändert. Damit hat man den Ausgangszustand noch irgendwo in der Hinterhand, und wenn man dann doch wieder zurückändern möchte, geht das mit einem Knopfdruck.

Auch sehr schön ist, dass Scrivener aus jedem Unterkapitel gleich eine Karteikarte erstellt, die man in der Pinnwand-Ansicht schön geordnet ansehen kann.

Scrivener Pinnwand-Ansicht

Die Karteikarten werden entweder automatisch mit den ersten Sätzen des Textes befüllt, oder aber man trägt diese im Inspector selber ein.

Zu guter Letzt bietet Scrivener auch noch die Möglichkeit, dass man dieses Projekt in ein Normseiten-Manuskript umwandelt. Man kann auch ganz gezielt nur bestimmte Teile in das Manuskript exportieren, sodass wirklich nur das dort landet, was man tatsächlich beim Verlag abliefern möchte.

Was nutzt einem aber nun so eine Software wie Scrivener? Wie gesagt, es ist die eierlegende Wollmilchsau. Man legt seine Charakterskizzen ab, ebenso wie den groben Ablauf der Geschichte, man legt Bilder, Diagramme und sonstiges Recherchematerial ab (PDF-Dateien, Bilder und Videos können direkt in Scrivener abgespielt werden), ohne dass man sich merken müsste, wo man das Zeug denn nun untergebracht hat. Zwischen dem eigentlichen Manuskript kann man Notizen einbauen, die je nach gewählter Ansicht (Dokumentenansicht, Scrivening = alle Dokumente eines Kapitels untereinander, Pinnwand und Outliner) in den Text miteinfließen oder gesondert betrachtet werden können. Man hat die Möglichkeit, Querverweise herzustellen, zu verschieben, und noch vieles mehr zu tun. Und wenn man am Schluss fertig ist mit seinem Projekt, drückt man auf den Exportbutton, klammert alle Inhalte aus, die man nicht im Manuskript haben möchte und voilà, fertig zur Abgabe.

Das ist sowohl Vorteil als auch Nachteil zugleich. Denn Scrivener hat sehr viele Funktionen, die man auch erstmal erlernen muss. Wer hat die Zeit und Muse, das zu tun? Natürlich, jede Software kann hilfreich sein. Aber hat jeder auch die Zeit und Lust, sich in diese Software einzuarbeiten? Dann stellt sich auch die Frage, wie Scrivener mir dabei helfen kann, meinen Roman fertig zu schreiben bzw. produktiver zu sein. Fakt ist, dass keine Software etwas nützt, wenn man nicht schreibt und nicht an seinem Projekt weitermacht. Da ist auch Scrivener keine Ausnahme. Aber in Sachen Produktivität kann Scrivener einem helfen, die Dinge an einem Ort zu hinterlegen, sodass man nicht später suchen muss, wo man diese oder jene Information abgelegt hat. Man hat alles zur Hand, kann es direkt einsehen, während man schreibt (den Scrivener-Bildschirm kann horizontal bzw. vertikal aufteilen, wenn nötig, um zwei Dokumente gleichzeitig anzusehen). Das würde ich als den größten Nutzen betrachten.

Einem ähnlichen Ansatz folgt übrigens auch die OpenSource-Software Zim. Sie ist aber nicht extra für Autoren gedacht, sodass auch einige nützliche Funktionen fehlen, die dafür in Scrivener vorhanden sind. Aber das Prinzip ist dasselbe: Ein Ort, an dem alles abgelegt wird, getrennt in einzelne Dokumente, die man zur Not auch zusammenführen kann. (Bei Zim nicht so schön wie in Scrivener.)

Fazit: Scrivener gleicht einem Wiki mit eingebauter Textverarbeitung. Die Software bietet alles, was man als Autor/Schriftsteller braucht. Sie eignet sich ebenso gut zur Erstellung von Notizen, Handlungssträngen als auch für die Ablage von Recherchematerial und der Erstellung des eigentlichen Skripts. Aber wie jede Software auch steigert sie die Produktivität des Anwenders nur, wenn der a) regelmäßig schreibt und sein Schreibprojekt vorantreibt und b) sich mit den vielen Funktionen der Software vertraut macht.

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Strukturierte Notizen – die Dritte (und letzte)

Dies ist der dritte Beitrag zum Thema strukturierte Notizen. Wer erst jetzt eingestiegen ist, kann gerne die ersten beiden Einträge Von Zen To Done zu strukturierten Notizen und Strukturierte Notizen – die Zweite lesen.

Wo waren wir das letzte Mal stehen gebleiben? Ach ja, bei meinen Erkenntnissen zum Thema Notizen und ToDo-Listen erstellen.

Also, nachdem ich festgestellt habe, dass sich keines der bekannten Methoden so recht für mein Ansinnen eignet, habe ich mich ja auf kleinere Tipps und Tricks beschränken wollen. Das Ergebnis meiner Internetrecherche ist aber nicht gerade ermutigend.

  1. Tipp: Schreiben Sie in eigenen Worten: Ja, ne, is klar. Wenn ich mir Gedanken zu meinen Projekten und Themen mache, dann nutze ich in der Regel überhaupt nur meine Worte. Bei Einkaufslisten muss ich zwangsläufig auf die Produktnamen zurückgreifen – oder soll ich dafür auch eigene Worte erfinden? Persil wird dann zum grün-weißen Ungetüm für die Waschmaschine? Komischer Tipp.
  2. Tipp: Verwenden Sie Schlagworte: Ist dann eher wieder ein Einkaufslisten-Tipp. Oder für einzelne Aufgaben. Steuererklärung ist selbsterklärend. Waschmaschine auch. Aber was ist mit Rezept? Weiß ich abends dann immer noch, was ich damit gemeint habe?
  3. Tipp: Gehen Sie strukturiert vor: Bei diesem Tipp froren mir für einen Augenblick alle Gesichtsmuskeln ein. Entweder kotzen oder lachen, dachte ich mir. HALLLLLOOOOO! Genau diese Struktur suche ich doch! Witzbolde!
  4. Tipp: Schreiben Sie sauber und leserlich: Das wäre dann das Minimum, was man erwarten sollte. Allerdings hängen Sauberkeit und Leserlichkeit ja auch entscheidend von der Situation und der Umgebung ab. Und was, wenn ich von Natur aus eine Sauklaue habe? Oder einfach in Eile? Oder keine gute Unterlage? Die meisten Notiz-Methoden raten immer dazu, Papier zu verwenden anstatt auf elektronisches Gerät auszuweichen. Und ehrlich gesagt, habe ich auch schon mal Evernote getestet, weil ich immer nur Gutes darüber höre. Ich fand es weder intuitiv noch sonst irgendwie hilfreich. Also eher nichts für mich.

So, das war dann schon der reichhaltige Fundus aus dem Bereich Tipps zum Notizen machen. Ok, hin und wieder wurde auch erwähnt, man solle nicht nur Text verwenden, sondern könne auch mal was malen. Also, anstatt „Persil“ als Wort eine Persilpackung in Fluchtpunktperspektive ins Notizbuch kritzeln. Wer’s mag. 😛

Meine letzte Idee, wo ich noch nach Tipps und Anregungen suchen könnte, waren ToDo-Listen. Wobei mir da schon klar war, dass ToDo-Listen prinzipiell in eine andere Richtung gehen und definitiv nicht das bieten, was ich suche. Trotzdem dachte ich, ich könnte mal reinschauen, welch unerwartete Schätze dort auf mich warten.

Hier die vier besten Tipps, mit denen ich aufwarten kann:

  1. Tipp: Farbkodierung: Die einzelnen Dinge auf der Liste werden mit unterschiedlichen Farben eingetragen. Ist jetzt nicht gerade simpel, weil man dafür ja auch eine Menge Farbstifte haben muss – und v.a. immer dabei haben muss -, aber OK, damit bekommt man in einen Wust von undurchdringlichem Geschriebsel doch ein wenig Struktur rein.
  2. Tipp: Sammeln Sie ihre Aufgaben digital: Ganz ehrlich, diese Idee ist bahnbrechend. Entspricht nicht meinem Naturell und meiner technischen Ausstattung, aber bahnbrechend.
  3. Tipp: Priorisierung: Hat jetzt eher etwas damit zu tun, welche Aufgaben man dringlicher erledigen sollte als andere. Struktur? Hat man damit auch, bringt mir aber bei einer Charakterskizze herzlich wenig.
  4. Tipp: Zeitangabe: Aufgaben sollen immer mit einem „zu erledigen bis“-Termin versehen werden. Hilft mir bei der Struktur auch nicht wirklich.

Ich konstatiere: Die Ausbeute war mies.

Was sagt mir mein gesunder Menschenverstand?

  • Verwende Trennstriche, verwende Listen und Listenzeichen,
  • fange neue Ideen/Themen auf einer neuen Seite oder zumindest in einer neuen Zeile an, usw.
  • Die Idee mit den unterschiedlichen Farben ist natürlich auch nicht schlecht, aber wie oben schon geschrieben, ich habe nicht immer 12 Stabilos in verschiedenen Farben dabei. Will ich auch gar nicht.

Wirklich weiter gebracht hat mich das persönlich nicht, außer dass ich jetzt erstmal so weitermache, wie bisher. Hinzu kommt, dass ich mich abends damit abquäle, unerledigte Aufgaben in den nächsten Tag zu übernehmen – was übrigens eine blöde Aufgabe ist: Wenn man alles, was man versäumt hat, nochmal auf ein neues Blatt schreibt, fühlt sich das genauso gut an wie ein Dolch im Rücken!

Falls ihr hier mitgelesen habt in der Hoffnung, ich würde euch ganz neue Einblicke in die Struktur von Notizen bieten, dann hat euch diese kleine, dreiteilige Serie sicherlich maßlos enttäuscht. Falls ihr aber, genau wie ich, auch eine Menge gelernt habt, dann freut es mich, dass meine Mühe nicht umsonst war. Ja, ich habe hier und da einige Tipps aufs Korn genommen. Das ist nicht alles so furchtbar niederschmetternd gemeint gewesen. Ich stelle aber fest, dass das Thema strukturiert Notizen erstellen ein noch relativ unbeackertes Gebiet ist – zumindest im Internet.

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Strukturierte Notizen – die Zweite

Nachdem ich meinen letzten Beitrag etwas abrupt beendet habe, möchte ich euch die Einzelheiten meiner Recherche zum Thema „Strukturierte Gestaltung von Notizen“ nicht mehr länger vorenthalten.

Was hat Onkel Internet mir also geflüstet?

Meine erste Idee war, bei Tante Google nach den Schlagwörtern „Notizen machen“ oder „note taking“ zu suchen. Erstaunlicherweise erhielt ich – zumindest bei den deutschen Treffern – viele gleichlautende Informationen von verschiedenen Seiten. Entweder gibt es also nicht mehr Informationen oder irgendjemand hat die besten Informationen immer und immer wieder auf unterschiedlichen Seiten gepostet.

Auf jeden Fall war auffällig, dass immens viele Treffer sich mit dem Notizen schreiben während Vorlesungen oder beim Lernen beschäftigen. Die Tipps waren dann zumeist auch an Studenten gerichtet. Am häufigsten wurde da die Cornell-Methode erwähnt. Hier zwei Seiten, die die Methode kurz und knackig beschreiben: Die Schatenseite und Notizbuchblog.de.

Cornell eignet sich wirklich hervorragend, wenn man mitschreibt während jemand anderer etwas erzählt, z.B. auch während Sitzungen/Meetings als eine Art Protokoll, usw. Ich finde aber nicht, dass das eine gute Methode ist, seine eigenen, persönlichen Notizen zu strukturieren, die ja aus dem eigenen Kopf kommen und eben nicht von irgendjemandem herunter gebetet werden.

Als nächste Variante wird dann häufig Mind Mapping empfohlen. Habe ich auch schon probiert und finde ich für bestimmte Dinge klasse. Aber wenn ich über den Tag verteilt ganz viele, verschiedene Notizen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen notieren möchte, finde ich eine MindMap nicht gelungen. Gerade auch, wenn ich z.B. Dialogfetzen aufschreibe oder seitenweise Charakterzüge einer möglichen Figur skizziere. Auch dafür eignet sich die MindMap einfach nicht.

Es gibt noch ein oder zwei Systeme wie diese, die allerdings ebenfalls nicht geeignet sind für die Art von Notizen, die ich meine. Natürlich lässt sich mit MindMapping oder ähnlichen Methoden eine Einkaufsliste super darstellen, oder grobe Ideen für eine Handlung skizzieren. Sobald ich etwas komplexere Eintragungen vornehme, brauche ich aber wieder ein normales Notizbuch – und da fängt mein Dilemma ja schon wieder an. Ich brauche eine Methode, die für alles greift, und nicht nur für Sonderfälle. Denn getreu dem Motto von ZTD, soll es nur einen Ort geben, an dem ich meine Eintragungen vornehme. Es soll einfach sein, im Sinne von simpel und nicht komplex. Und ich soll mich auf einen Ort für das Sammeln von Aufgaben, Ideen, usw. beschränken, um nicht wieder dem Chaos zum Opfer zu fallen. Das ist ja auch der Charme der ganzen Angelegenheit.

Also habe ich weiter gesucht, weniger nach einem ganzen System sondern nach einzelnen Tipps, wie man z.B. eine Notiz aufbaut. Ich habe mich auch in das Universum der ToDo-Listen-Schreiber begeben.

Was war meine Ausbeute? Oh, haltet euch fest … bis zum nächsten Beitrag. 😉

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Von Zen To Done zu strukturierten Notizen

Alle Jahre wieder versuche ich, Struktur in mein Leben zu bekommen. In mancher Hinsicht sieht es schon viel besser aus als noch zu meiner Jugendzeit. Aber es gibt immer noch Raum für Verbesserungen. (Wo gibt es den eigentlich nicht?)

Fakt ist aber, dass ich zur Zeit mit einigen Abläufen in meinem Leben sehr unzufrieden bin und mit Bergen von Aufgaben konfrontiert werde, die ich teilweise schon deshalb nicht erledige, weil die Mengen immens sind. Sicherlich kann man einen solchen Zustand nicht verbessern, in dem einfach mal mehr Struktur in den Tag bekommt. Wenn zu viel Arbeit da ist, um sie überhaupt an einem Tag zu erledigen, dann ist das einfach nicht zu bewältigen. Punkt.

Soweit sind wir uns wohl einig. Allerdings bleiben in diesem Wust von unerledigten Aufgaben auch viele Dinge hängen, die ich unbedingt erledigen müsste (z.B. die Steuererklärung) oder erledigen möchte (z.B. an meinen Kursheften weiterarbeiten), und auch diese Dinge bleiben einfach auf der Strecke. Wenigstens das möchte ich ändern. Wenn die Wäsche dann mal zwei Wochen ungebügelt da steht, dann ist das eben so. 😛

Auf der Suche nach Systemen, die mir dabei helfen können, meinen Tagesablauf besser zu strukturieren (und auch zu entmüllen), bin ich über Zen To Done (ZTD) gestolpert. Das ist eine Abwandlung des Zeit- und Selbstmanagement-Systems Getting Things Done (GTD) von David Allen. Im Prinzip geht es bei GTD darum, alle Aufgaben einfach mal auf einer Liste zu sammeln, damit man nicht immer daran denken muss. Dann entscheidet man, was man davon erledigen möchte und schließlich setzt man es auch tatsächlich um. Zusätzlich muss man eine verlässliche Ablage aufbauen, in die man die Dinge einsortiert, um sie später auch wieder finden zu können. Das sind die Grundzüge.

ZTD wandelt diese Grundidee ein ganz klein wenig ab, indem es die einzelnen Schritte (Sammeln, Durcharbeiten, Planen, Handeln, usw.) auch als solche anerkennt und für die Eingewöhnung jeweils 30 Tage vorsieht. Man fängt also erstmal damit an, jeden Tage alle Aufgaben, Ideen, Geistesblitze zu notieren. Wenn man das 30 Tage erfolgreich gemacht hat, gewöhnt man sich das Durcharbeiten seiner Aufgaben an, usw.

Ich bin noch bei Schritt 1, dem Sammeln aller Aufgaben und Ideen. Und schon da fängt das Elend bei mir an. Am ersten Tag nahm ich ein halb gebrauchtes Notizbüchlein in Beschlag und fing direkt an, alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kam. Das sah dann erstmal so aus:

Nicht besonders übersichtlich, was? Zwischen Einkaufslisten („Stabilos kaufen“) und Aufgaben („Scrivener-Rezension“) habe ich auch noch kreuz und quer dazwischen aufgeschrieben, wie viel Zeit ich für welche Aufgaben verwendet habe. Und weil das Internet doch sonst so schlau ist, dachte ich, ich schau mir mal an, ob sich nicht auch ein Schlaumeier mal Gedanken gemacht hat, wie man strukturiert Notizen macht.

Bevor jetzt einer loslacht: Ja, ich habe tatsächlich ein Problem damit, strukturiert Notizen zu machen. Natürlich könnte ich für jeden Themen- oder Kontextblock eine neue Seite beginnen, wäre aber auch Papier- und Zeitverschwendung. Ich könnte auch einfach zwischen den einzelnen Themen einen Strich ziehen. Soweit bin ich auch schon gekommen.

Für mich ist das Problem aber viel komplexer. Wenn ich z.B. Ideen für einen Roman oder einen Figur habe, dann fange ich in der Regel einfach an, drauflos zu schreiben. Auch wenn ich diese Blöcke von den restlichen Notizen in meinem Heftlein schön säuberlich trenne, so ist der Block in sich selber immer noch unstrukturiert. Und das stört mich.

Also, was gibt das Internet an Tipps her zum Thema Notizen strukturiert gestalten?

Das erzähle ich euch in meinem nächsten Blogbeitrag. Ach, wie gemein, oder? 😉

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Rezension „Zeit zum Schreiben“ von Richard Norden

Ich war eine der Glücklichen, die ein kostenfreies Rezensionsexemplar von „Zeit zu Schreiben“ ergattern konnte. Und ich bin auch schon durch mit dem Ratgeber. Mein Feedback habe ich bereits beim Autor abgegeben, trotzdem hier noch einige Gedanken.

Zunächst einmal ist die Angelegenheit mit der Zeit ja recht einfach gestrickt – das schreibt auch Richard Norden: Jeder von uns hat 24 Stunden zur Verfügung. Es sind immer dieselben 24 Stunden, Nachschlag gibt es nicht. 😛

Es gibt nicht so viele Methoden, wie man also mehr Zeit zum Schreiben finden kann, außer man entscheidet sich ganz gezielt dafür, manche Dinge nicht zu tun und dafür durch andere zu ersetzen oder man wird produktiver, schafft als mehr Arbeit in kürzerer Zeit und kann die so frei gewordene Zeit anders nutzen. Der Ratgeber geht ziemlich detailliert darauf ein, wie man das bewerkstelligen kann. Wer für sich also herausfinden möchte, wie er am besten vorgeht, um sich Zeit frei zu räumen, ist mit diesem Ratgeber bestens bedient. Ganz ehrlich: Das Buch hat Struktur und System.

Trotzdem war ich nach dem Lesen des Ratgebers erstmal nicht so euphorisch, um gleich loszulegen. Im Gegenteil. Zunächst steht da nämlich die Frage der Motivation, also warum ich eigentlich einen Roman schreiben will. Diese Frage ist bei mir nicht eindeutig geklärt, sodass ich im Moment gar nicht sagen kann, ob Zeit freiräumen die einzige Aufgabe ist, die mir bevorsteht. Möglicherweise gibt es noch andere Baustellen, die zuerst beseitigt werden wollen.

Zum anderen ist die im Ratgeber beschriebene Methode sehr planungslastig. Leser dieses Blogs werden wissen, wie plangungsresistent ich bin. Planen klappt bei mir fast nie, außerdem fühle ich mich durch zu viel Planung schnell eingeengt. Selbst wenn ich versuche, so zu planen, dass es nicht einenged ist, habe ich den Eindruck, unfrei zu sein. Ich mag Planen nicht, alleine deswegen sträuben sich mir die Haare.

Nichtsdestotrotz muss ich dem Autor aber recht geben, nämlich dass es komplett ohne Planung einfach nicht geht. Ich werde niemals ein Buch schreiben, wenn ich nicht irgendeine Form von Plan erstelle und – GANZ WICHTIG – mich auch daran halte. Das mag in der simpelsten Form ein Butterbrotpapier sein, auf dem ich wichtige Eckdaten und -termine kritzele und irgendwo deponiere, wo ich darauf Zugriff habe. In seiner komplexesten Form kann ich meinen Tag im Viertelstundentakt durchplanen. Bei ersterem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es klappt, bei letzterem weiß ich, dass es niemals klappen wird. Egal auch.

Der Ratgeber hat mir eine Menge Stoff zum Nachdenken gegeben. Food for thought nennt man das auch. Und jetzt verdaue ich. Mal schauen, was dabei rauskommt. 😉

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Monomythos – Der Weg des Helden – WritersWorkshop

Ich habe schon des öfteren eine Empfehlung für den WritersWorkshop ausgesprochen. Es handelt sich dabei um ein kostenloses E-Zine für Autoren und Schriftsteller und enthält immer wieder nützliche Tipps, z.B. zu Software, aber auch zum Schreiben an sich. Das aktuelle Heft kann man hier herunterladen.

Besonders erwähnenswert halte ich aber diesmal den Beitrag über den Monomythos, warum bestimmte Geschichten besser ankommen als andere. Als Beispiele werden Harry Potter, Der Herr der Ringe, die Tribute von Panem, usw. genannt.

Als besonderes Leckerli bietet der Autor Richard Norden Abonnenten des E-Zines eine kostenlose Ausgabe seines bald erscheinenden Buches „Zeit zum Schreiben“ an. In diesem Buch geht er darauf ein, wie man genug Zeit zum Schreiben in seinem eigenen Alltag findet, ohne das Projekt Schreiben auf später, auf die Zeit, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn man in Rente ist, usw. verschiebt.

AKTUALISIERUNG: Ich sehe gerade, dass der Autor des E-Zines auch ein eigenes Blog hat. Man kann es finden unter http://blog.richardnorden.de/

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Durcheinander

Tut mir leid, falls ihr jetzt erwartet, ich schreibe etwas über meine Erfolge mit BB04. Das Heft liegt noch immer unberührt neben mir. Ich fasse es allenfalls an, um ein anderes Schriftstück darunter hervorzuholen. 😎

Was mir heute aufgefallen ist, ist das Durcheinander, das ich in den letzten Jahren geschaffen habe. Mit meinen Schreibversuchen, meine ich. Auf einem USB-Stick habe ich die Datensicherung meines alten Laptops, auf dem anderen USB-Stick habe ich teils aktuelle, teils alte Projekte, die ich im Urlaub angefangen hatte, als nur ein Netbook zur Verfügung stand. Danach wurde das Ganze nicht mehr auf den Hauptrechner überspielt. Tja, und dann sind da ja noch die vielen Versuche, die hier auf dem Hauptrechner liegen. Teilweise auch chaotisch angeordnet. Unter Dokumente, unter Projekte, und wer weiß wo noch. Etwas frustierend ist das schon, weil ich teilweise an manchen Ideen weitergearbeitet habe, nun aber auf irgendwelchen Datenträgern alte Versionen finde, von denen ich nicht genau weiß, ob ich so noch benötige. Teilweise habe ich auch Zusammenfassungen in anderen Programmen erstellt (wie z.B. der Writer’s Lounge, die es ja nicht mehr gibt), und damit gibt es auch keinen Zugriff mehr auf diese Daten (wenn ich nicht einen Export angefertigt habe, was ich doch in der Mehrzahl der Fälle getan habe). Übrigens ein wichtiger Punkt, wenn man sich für die Verwendung von spezieller Software entscheidet.

Mir wird klar, dass ich da einfach ein besseres System benötige, um nicht irgendwann meine Manuskriptideen verzweifelt suchen zu müssen. Mir ist das zu chaotisch, was ich da bisher fabriziert habe. Aber so recht weiß ich immer noch nicht, wie ich es langfristig besser machen kann. Natürlich ist mein Vorsatz, meine Ideen nur an einem Ort, in einem Ordner, abzulegen. Ist ja nicht so, dass ich die Idee nicht auch schon vorher gehabt hätte. 🙄 Offensichtlich hapert es also an der Umsetzung. Was tun? ❓

Im Moment habe ich noch keine gute Idee, wie ich dem begegnen könnte.