Veröffentlicht in Hilfsmittel und Werkzeuge

Rezension „Zeit zum Schreiben“ von Richard Norden

Ich war eine der Glücklichen, die ein kostenfreies Rezensionsexemplar von „Zeit zu Schreiben“ ergattern konnte. Und ich bin auch schon durch mit dem Ratgeber. Mein Feedback habe ich bereits beim Autor abgegeben, trotzdem hier noch einige Gedanken.

Zunächst einmal ist die Angelegenheit mit der Zeit ja recht einfach gestrickt – das schreibt auch Richard Norden: Jeder von uns hat 24 Stunden zur Verfügung. Es sind immer dieselben 24 Stunden, Nachschlag gibt es nicht. 😛

Es gibt nicht so viele Methoden, wie man also mehr Zeit zum Schreiben finden kann, außer man entscheidet sich ganz gezielt dafür, manche Dinge nicht zu tun und dafür durch andere zu ersetzen oder man wird produktiver, schafft als mehr Arbeit in kürzerer Zeit und kann die so frei gewordene Zeit anders nutzen. Der Ratgeber geht ziemlich detailliert darauf ein, wie man das bewerkstelligen kann. Wer für sich also herausfinden möchte, wie er am besten vorgeht, um sich Zeit frei zu räumen, ist mit diesem Ratgeber bestens bedient. Ganz ehrlich: Das Buch hat Struktur und System.

Trotzdem war ich nach dem Lesen des Ratgebers erstmal nicht so euphorisch, um gleich loszulegen. Im Gegenteil. Zunächst steht da nämlich die Frage der Motivation, also warum ich eigentlich einen Roman schreiben will. Diese Frage ist bei mir nicht eindeutig geklärt, sodass ich im Moment gar nicht sagen kann, ob Zeit freiräumen die einzige Aufgabe ist, die mir bevorsteht. Möglicherweise gibt es noch andere Baustellen, die zuerst beseitigt werden wollen.

Zum anderen ist die im Ratgeber beschriebene Methode sehr planungslastig. Leser dieses Blogs werden wissen, wie plangungsresistent ich bin. Planen klappt bei mir fast nie, außerdem fühle ich mich durch zu viel Planung schnell eingeengt. Selbst wenn ich versuche, so zu planen, dass es nicht einenged ist, habe ich den Eindruck, unfrei zu sein. Ich mag Planen nicht, alleine deswegen sträuben sich mir die Haare.

Nichtsdestotrotz muss ich dem Autor aber recht geben, nämlich dass es komplett ohne Planung einfach nicht geht. Ich werde niemals ein Buch schreiben, wenn ich nicht irgendeine Form von Plan erstelle und – GANZ WICHTIG – mich auch daran halte. Das mag in der simpelsten Form ein Butterbrotpapier sein, auf dem ich wichtige Eckdaten und -termine kritzele und irgendwo deponiere, wo ich darauf Zugriff habe. In seiner komplexesten Form kann ich meinen Tag im Viertelstundentakt durchplanen. Bei ersterem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es klappt, bei letzterem weiß ich, dass es niemals klappen wird. Egal auch.

Der Ratgeber hat mir eine Menge Stoff zum Nachdenken gegeben. Food for thought nennt man das auch. Und jetzt verdaue ich. Mal schauen, was dabei rauskommt. 😉

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2 Kommentare zu „Rezension „Zeit zum Schreiben“ von Richard Norden

  1. Ist das Buch nur auf Romschreiber fokussiert, oder lohnt es sich auch für Menschen, die andere Druckwerke erstellen müssen – aus der Fernstudium-Brille heraus denke ich da natürlich besonders an Studierende, die ihre Abschlussarbeiten schreiben müssen und dafür nur begrenzt Zeit zur Verfügung haben.

    1. Ganz allgemein sind die Zeitmanagement-Tipps gut, jeder kann daraus einen Nutzen haben. Aber ob das speziell für das Schreiben der Diplomarbeit o.ä. helfen kann?
      Ich denke, dass die Zielgruppe eher bei denen liegt, die einen Roman oder ein Sachbuch veröffentlichen wollen und dafür regelmäßig, über einen längeren Zeitraum schreiben sollten, es aber aus welchen Gründen auch immer nicht gebacken bekommen.
      Fernstudenten, die bis zur Abschlussarbeit gekommen sind, haben ja schon irgendwie Zeitmanagement-Qualitäten bewiesen. Wie sonst hätten sie ein komplettes Studium neben dem Beruf schaffen können? Ich glaube nicht, dass die Infos in diesem Ratgeber für diese Zielgruppe so neu wären.

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