Veröffentlicht in Fernkurs

GR06: Dialog-EA zurück

Meine Studienleiterin ist von der schnellen Sorte. Die EA für GR06 ist schon wieder zurück.

Sie hat sich sehr positiv angehört und mich dafür gelobt. Als Vorbild für den Dialog hab ich mir Sketchshow genommen, die ich als Kind im Fernsehen gesehen habe. Insgesamt hat der Dialog damit einen eher altmodischen Touch, war aber so gewollt. Und weil es nicht so viel zu korrigieren gibt, kopiere ich mein Werk direkt mal rein. Viel Spaß!

„Ilse, komm ma’ bitte“, schrie Herbert aus dem Wohnzimmer.
„Was ist denn? Ich muss noch aufräumen. Du weißt doch, die Kinder kommen heute Nachmittag zum Kaffee.“ Mit dem an der Stirn geknoteten Kopftuch schritt sie hüftwackelnd ins Zimmer.
„Nu‘ leg doch mal den Staubwedel aus der Hand. Ich muss dir unbedingt was erzählen.“
„Schieß los.“
„Setz‘ dich.“
Ilse blieb mit verschränkten Armen vor Herbert stehen.
„Na, nu‘ mach schon.“
Widerwillig setzte sie sich auf einen der Sessel. Herbert hüpfte ungeduldig von einem Bein auf das andere.
„Also, ich war ja letzte Woche mit Bernie und Dieter beim Kiosk ein Käffchen trinken. Und der Dieter hat uns wat erzählt, von wegen er würde mit dieser Versicherungsgeschichte garantiert Millionen verdienen. Ich und der Bernie haben natürlich nur mit de Kopf geschüttelt …“
„Heeerrberrt, beeil dich, ich hab noch wat zu-u tu-un.“
„Ja, ja, ja, quatsch nich‘ immer dazwischen. Also, wir sind also an den Stehtischen gestanden und der Dieter, also der Dieter hat sich so gegen die Theke gelehnt.“ Herbert lehnte sich zur Demonstration an die Wand.
„Siehste, so hat der dat gemacht. Und direkt neben ihm stand ein Stapel mit Lottoscheinen. Die hat der Kalle da abgelegt und vergessen einzuräumen.“
Ilse verdrehte die Augen.
„Und auf jeden Fall hat der Dieter sich dann so umgedreht und schwups, schmeißt der den ganzen Stapel auf den Boden.“ Herbert ahmte die Bewegung nach.
Ilse hatte ihre Beine übereinander geschlagen und wippte ungeduldig mit einem Bein.
„Wat willste mir eigentlich erzählen?“
„Wart doch mal ab! Also, wie die Scheine da auf dem Boden liegen und ich und der Bernie uns totlachen, da flattert ein Schein direkt vor meine Füße. So, siehste?“ Herbert legte ein Stück Papier vor seine Füße.
„Ja, ich sehe!“
„Ich denk mir also ‚nimm et mit, vielleicht gewinnste wat.‘ Und weißte was?“ Herbert strahlte bis über beide Ohren. Ilse wurde plötzlich lebendig.
„Haste etwa gewonnen? Ne, oder?“ Auch sie strahlte jetzt.
„Doch, ich hab‘s heute überprüft. Es ist exakt die Nummer, die auch auf dem Schein ist.“
Herbert fummelte den Lotterieschein aus der Tasche und reichte ihn zusammen mit der Zeitung seiner Frau. Die verglich aufgeregt beide Nummern.
„Mensch Herbert“, sagte sie voller Freude, „dat stimmt. Wir haben gewonnen. Jetzt müssen wir nur noch den Beleg nehmen und uns dat Geld bei Kalle am Kiosk holen.“
„Beleg?“, Herbert blickte Ilse fragend an.
„Ja, dieser kleine Abschnitt, auf dem die Nummer draufsteht und dass du bezahlt hast.“
Das Fragezeichen in Herberts Augen wurde größer.
„Herbert?“ Sie warf die Stirn in Falten.
„Der Kalle hat dir doch den Abschnitt mitgegeben, oder?“
Herbert schüttelte den Kopf.
„Ja, wie? Haste dat Ding etwa bei ihm liegen lassen?“
Herbert druckste herum.
„Na, nu sag schon!“
„Also, also …“, stammelte er, „also, ich wusste gar nicht, dat man das bezahlen muss.“
Ilse verdrehte die Augen und warf die Zeitung auf den Tisch.
„Mensch, Herbert, du tust so, als ob du vom anderen Stern wärst. Natürlich muss man den Lottoschein bezahlen, sonst ist er doch gar nicht gültig.“
Sein Gesicht wurde blasser.
„Ich muss schnell telefonieren.“ Er eilte zur Garderobe, durchsuchte aufgeregt seine Jacketttaschen und zog einen gelben Zettel hervor.
„Ja, hallo, ist dort das Hotel Interconti? Ja, guten Tag, hier ist Herbert Mitschke. Wir hatten heute Morgen telefoniert. Ich hatte für den kommenden Samstag ihren großen Ballsaal für hundert Personen gemietet, inklusive dem Fünf-Sterne-Menü. Sie erinnern sich? Gut. Ich muss leider absagen. Ja … ja … is wat dazwischen gekommen. … Der Grund? … höhere Gewalt. Mein Onkel aus Neuseeland ist todkrank und kann nicht kommen … und, und ohne ihn kann die Feier unmöglich stattfinden. … Was er hat? … Brustkrebs … Nein, natürlich nicht er, die Tante hat Brustkrebs … Aber der Arme leidet doch so mit.“
Ilse schüttelte nur den Kopf und watschelte mit ihrem Staubwedel zurück in die Küche.

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