Veröffentlicht in Meinung

Quo vadis?

Ich habe mich in den letzten Tagen gefragt, wie mich das, was ich bisher gemacht habe, eigentlich meinem Ziel näher bringt.

Letzte Woche bin ich mit Jo Nesbøs „Der Erlöser“, und gestern dann mit „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon fertig geworden (und letzteres war wirklich ein dicker Schinken, den ich aber doch in nur 3 Tagen und Nächten durchgelesen hatte).

Insgesamt ist mir klar, dass ich in den nächsten Wochen (eher Monaten) nicht die Zeit aufbringen kann, die ich gerne hätte, um meine Ideen in die Tat umzusetzen. Hin und wieder schreibe ich schon drauf los, dann aber wieder bin ich nicht so recht zufrieden mit dem, was ich da so produziere.

Ich denke, dass ich mindestens bis zum Sommer damit verbringen werde, eher wieder zu lesen statt selber zu schreiben. Gerade bei Feuer und Stein habe ich gemerkt, dass die Autorin es wirklich geschafft hat, mich in diese Welt einzuführen, obwohl ich zunächst nur ein laues Interesse hatte. Es war aber eine sehr romantische und fesselnde Geschichte, und obwohl ich kein so großer Fan von historischen Romanen bin (und ehrlich gesagt auch ein bisschen genervt war von den vielen Einzelheiten zu irgendwelchen Königen und politischen Konstellationen Schottlands), war die Geschichte an sich gut und einfach gestrickt: Frau, Mann, Sex, Intrigen, Verstrickungen, Gewalt. Und hin und wieder die Erkenntnis, dass ich die Geschichte nicht so treffend schreiben und ausformulieren hätte können. Daher habe ich den Entschluss gefasst, noch ein bisschen mehr zu lesen und zu lernen.

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2 Kommentare zu „Quo vadis?

  1. Ja, ich schon wieder. Und ich habe das Gefühl, dass ich hier ein wenig klugscheiße. Ich hoffe Du hast nichts dagegen. 🙂

    „Feuer und Stein“ hab ich hier auch noch zu liegen, weil so viele davon schwärmen. Gelesen habe ich es noch nicht, aber ich habe auch so viele Bücher gelesen, bei denen ich mir absolut sicher bin: „Das könntest Du niemals!“

    So wie John Irving z.B. schreibt – verworren, lauter richtig ausgereifte und außergewöhnliche Persönlichkeiten, oftmals ein Plot über mehrere Generationen, der niemals seinen Faden verliert, wunderschöne Metaphern usw.
    Oder bei Stephenie Meyer denke ich mir: wie macht sie das? Woher hat sie ihre Ideen?
    Warum wirkt der von ihr konstruierte Ort (Forks) so lebendig und einladend, während deine Kulisse immer beklemmend ist?
    Woher hatte sie die Ideen für so viele Personen? Wie schafft sie es, dass jeder absolut verschieden ist und einen eigenen Charakter aufgedrückt bekommt, ohne dass je einer allzu extrem wird?
    Wo hält sie die Spannung, selbst dann, wenn nichts passiert?

    Bei fast jedem Buch, das ich in die Hand nehme und auch gut finde, habe ich das Gefühl kapitulieren zu müssen, weil ich das niemals nachmachen könnte.
    Aber das muss ich doch garnicht? Meine Geschichte soll doch keine andere kopieren? Wie kann sie einzigartig sein, wenn ich Handlungsstränge oder Verläufe abkupfere? Wenn ich den Umfang und den Charakter der Sprache übernehme?

    Ich glaube nicht daran, dass man durch Lesen ein besseres Buch konstruieren kann, sondern nur, dass man dadurch sein Sprachgefühl schult.
    Ob wirklich etwas dran ist, oder ob es nur jederm dem anderen nach“quatscht“, ich habe mich aber entschlossen es zu glauben:
    Übung macht den Meister. Beim schreiben kommen die Ideen. Nur wer schreibt, hobelt und schleift, überarbeitet und schwitzt, plottet und notiert, kann besser werden.

    Ich lese, seit ich gelernt habe, was die Buchstaben bedeuten … habe aber das Gefühl erst jetzt etwas souveräner mit meinen Manuskripten umgehen zu können, wo ich jeden Tag tippe.
    Tagebuch und mein Blog, eine Auftragsarbeit, ein Privatprojekt und ein Fernstudium, das alles schult mich viel mehr, als alle Bücher es je könnten.

    Wie auch immer, ich werde Dein Blog trotzdem weiter verfolgen und hoffe, dass Du bald wieder einen Zugang zu Deinen eigenen Worten und Deiner eigenen Phantasie findest.

  2. Ach, wenn ich das so lese, ist es doch mehr „Ich-weiß-ja-alles-besser“-mäßig, als es sein sollte.
    Es tut mir leid.

    Aber Dein Text hat mich zu einem Artikel inspiriert. Dankeschön. 🙂

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