Veröffentlicht in Meinung

Pseudonyme

Ich denke, dass Pseudonyme in so ziemlich allen Autorenforen schon mal diskutiert wurden und nach wie vor ziemlich viele (kontroverse?) Diskussionen auslösen.

Prinzipiell finde ich an der Idee eines Pseudonyms gar nichts schlechtes. Warum soll ich meine Bücher nicht unter einem anderen Namen herausbringen? Wen könnte es stören?

Die Argumente von Pseudonym-Gegnern verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz – und wüsste jetzt auch aus dem Effeff kein einziges, dass für mich Sinn machen würde. Aber da sind die Geschmäcker ja verschieden und wenn jemand kein Pseudonym verwenden möchte, dann stört mich das am wenigsten.

Nun gibt es aber manchmal Namen, bei denen ich schwören könnte, dass es ein Pseudonym ist. Beispiel? Natürlich Diana Gabaldon (deren 800-Seiten-Koloss vorgestern ankam). Ich dachte echt, dass das kein echter Name sein kann. Weit gefehlt. Frau Gabaldon ist Tiefseebiologin und hat früher mal als Honorarprofessorin an der Universität von Arizona gearbeitet. Und hier auch noch ein Bild von ihr:

Diana Gabaldon im Aug. 2007
Diana Gabaldon im Aug. 2007

Ehrlich gesagt wäre mir soviel Publikum zu viel des Guten. Buch schreiben ja, Erfolg damit haben auch ja, aber hunderten von Leuten bei ’ner Autogrammstunde die Hand reichen und nett fürs Bild lächeln… ganz eindeutig NÖ. Auch auf Nachbarn, die meine Bücher gelesen haben und mir dann erzählen, wie toll sie sie fanden, kann ich verzichten. Mir reicht die Platzierung in den Bestsellerlisten! :mrgreen:

Und wie seht ihr das?

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6 Kommentare zu „Pseudonyme

  1. Ich denke der Buchmarkt entwickelt sich in eine ähnliche Richtung, wie die Musikbranche.
    Niemanden interessiert es wirklich, wenn jemand gute Bücher schreibt.
    Gibt es aber ein gutes Buch, das von den Medien besprochen und beworben wird, ein Buch dessen Schöpfer ein Gesicht hat und dessen Schöpfer überaus präsent ist, dann findet man es nicht selten in den Bestsellerlisten.
    Oder anders: Welches unbekannte Gesicht hat es in den letzten Jahren geschafft sich dort einen Platz zu ergattern?

    Ich sehe John Irving, den charismatischen Großvater, der sogar Interviews in seinen eigenen vier Wänden gibt, Stephenie Meyer, die attraktive Durchschnittsfrau, die überall erzählt welche Musik sie beim Schreiben hört und wie ein nächtlicher Traum zu ihrer Buchserie wurde oder auch Paulo Coelho, der bloggt, Videos dreht und den Großteil seiner Zeit opfert, um mit seinen Fans zu kommunizieren.

    Gerade gestern habe ich einen Artikel von Tess Gerritsen gelesen, in welchem sie meinte, dass Autoren nicht mehr das sind, was sie mal waren.
    Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin gute Bücher zu schreiben, sondern sich und seine Roman so zu präsentieren, dass geredet wird.

    Anonymer Erfolg, das klingt noch unwahrscheinlicher und wird wahrscheinlich doppelt so beschwerlich wie das Ziel Erfolg an sich.

    1. Ich glaube, dass weniger präsente Musikbands immer noch ihre Musik verkaufen und es auch immer tun werden. Was jetzt noch irgendwie hip ist und modern, nämlich sich vor den Medien und seinen Lesern auszuziehen, wird sich wandeln – denn meines Erachtens ist das einzig stetige auf dieser Welt der Wandel, und nichts ist unumstößlich oder wird auf immer genau so bleiben, wie es ist.

      Und dann gibt es immer wieder Leute, die auch ein gutes Buch lesen um der Geschichte Willen, und nicht, weil der Autor ein Blog hat. Ich kenne im übrigen kein einziges dieser Blogs oder Interviews von Bestsellerautoren, weil es mich nicht interessiert. Ihre Geschichten aber tun es.

  2. Oh, aber zum Thema Pseudonyme:

    Ich persönlich hätte keine Lust darauf Bücher von Kerstin Schmidt zu lesen. Das ist oberflächlich, natürlich. Aber ich möchte in eine andere Welt abtauchen und träumen- bitte ganz weit weg von der deutschen Spießbürgerlichkeit.
    Auch wenn es sich um einen deutschen Roman handelt, gefällt mir ein Leonie Swan immer noch besser, als ein Name, den auch die Fleischereifachverkäuferin um der Ecke tragen würde.

    Natürlich gibt es auch schöne deutsche Namen, seltene Kombination oder etwas, das sehr ungewöhnlich klingt.
    Ein Roman über Ossis könnte auch von einer Pauline Müller geschrieben werden, warum auch nicht.
    Aber eine Fantasy-Serie á la Harry Potter? Oder einen brutalen Thriller?

    Muss natürlich jeder selbst wissen.
    Für mich ist die Frage aber nicht nur: „Was finde ich gut?“ – sondern „Wie wirkt der Name als Gesamtes auf dem Cover?“ und „Was assoziiert die Masse damit?“

  3. Hm, aber wenn man schaut welche Musiker die am erfolgreichsten sind (und das auch dauerhaft), dann sieht man, dass es Spears, Rihanna, Furtado, Beyoncé, Tokio Hotel und Co. sind.
    Ob das nun wirklich die besten sind, Geschmackssache. Aber sie werden auch von dem letzten Menschen wahrgenommen.

    Während mittelmäßige oder Nischenmusiker auch ordentlich verdienen und somit ihre Außenseiterposition genießen können, sind Nischenautoren in der unangenehmen Position nie von ihrer Schriftstellerei leben zu können.

  4. Hm, aber wenn man schaut welche Musiker die am erfolgreichsten sind (und das auch dauerhaft), dann sieht man, dass es Spears, Rihanna, Furtado, Beyoncé, Tokio Hotel und Co. sind.

    Dauerhaft? Jetzt muss ich aber mal laut lachen!
    Ich denke, von wirklich dauerhaftem Erfolg können nur Bands und Musiker wie Beatles, die Eagles, Pink Floyd, Metallica, Queen, Rolling Stones, Madonna, George Michael, oder ähnliche Größen reden. Wer weiß in 10 Jahren noch, wer die von dir genannten sind oder waren? Die Hälfte der Bands, die ich während meiner Jugend gut fand, kennt heute keiner mehr. Wahrer Erfolg ist, wenn du über Generationen hinweg bekannt bist, auch dann, wenn du schon längst tot bist und nicht, weil dich irgendjemand mit etwas Geld und Schminke hochgepusht hat als es gerade mal ‚in‘ war.

    Ich denke, dein Vergleich mit der Musikbranche hinkt und ist auch kein bisschen überzeugend. Ich sehe schon, ich werde wohl die einzige sein, die es mit guter ordentlicher Arbeit in die Bestsellerliste schafft. :mrgreen:

  5. Naja, Britney Spears ist nun auch schon knapp 10 Jahre dabei. Nelly Furtado auch ewig … sie können ja nicht mehrere Generationen überdauern, wenn sie selbst erst eine Generation jung sind. ^^
    Madonna können wir gern als besseres Beispiel wählen … Ob ihre Musik nun die beste in der Welt ist, ist diskussionswürdig. Ihre Stimme ist auch eher dünn.
    Aber sie hat auf alle erdenklichen Weisen von sich reden gemacht und hält sich so stur in den Top100 mit jedem neuen Song.

    Ob sie als durschnittliche Frau in Jeans mit einer einfachen Gitarre auch all die Jahre „überlebt“ hätte?

    Ja, klar- der Vergleich Musik und Literatur hinkt. Ich wollte ja nur sagen, dass ich persönlich beobachtet habe, dass der Erfolg hat, der mehr kann, als man eigentlich erwartet. Der präsent ist – ob nun wirklich anwesend oder eher als Smalltalk-Thema.

    Ich werde Dein Buch auf jeden Fall kaufen … auch wenn Du keinen großen Wind darum machst 😉

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