Veröffentlicht in Bücher, Meinung

Milchgeld von Klüpfel und Kobr

Eigentlich wollte ich dieses Blog nicht dazu „missbrauchen“, Buchrezensionen zu verfassen. Genaugenommen möchte ich über das vorliegende Buch auch gar keine Rezension verfassen, wenn ich ehrlich bin. Vielmehr möchte ich eigentlich nur meine Gefühl(e) schildern, die sich beim Lesen eingestellt haben und die mich doch ein wenig fasziniert haben.

(Ich weiß, dass ich noch gar nichts über mein 12-Wochen-Programm nach Cameron geschrieben habe, man möge mir das nachsehen, da ich die letzte Woche krankheitsbedingt kampfuntauglich war und am Wochenende noch eine berufliche Weiterbildung besucht habe. Ich werde im Laufe der Woche sicher noch Zeit finden, was dazu zu schreiben.)

Aber nun zum Buch:

Ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit eher wieder weniger lese. Ich bin ja nicht so der Typ, der ein Buch nach dem anderen „weghaut“, und das über längere Zeiträume. Ich bin eher der schubweise Leser, der die Kraft hat, drei, vier, fünf oder gar sechs Bücher in wenigen Wochen (manchmal Tagen) zu verschlingen, und dann erstmal wieder wochen- oder monatelang nicht liest. Außerdem bin ich in den letzten Monaten doch sehr wählerisch geworden mit meiner Buchwahl – was jetzt nicht heißen soll, dass ich nur intellektuell wertvolle Bücher lese oder solche, die von Kritikern als besonders beachtenswert angesehen werden. Im Gegenteil, ich lese meist eher gegen den Strom und brauche manchmal Jahre, um sogenannten Bestsellern meine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

In letzter Zeit bin ich sehr darauf aus, Bücher von Autoren aus der Region zu lesen bzw. vermehrt deutschen Autoren eine Chance zu geben. Und so fiel meine Wahl diesmal auf den Allgäu-Krimi Milchgeld von Klüpfel und Kobr. Ehrlich gesagt war das Buch zweite Wahl, da ich eigentlich wieder was von Bottini lesen wollte, aber aktuell dazu nichts in meiner Buchhandlung fand. Letztlich wurde es dann doch der Kluftinger-Krimi, dem ich frühestens nach meinem 40. Geburtstag eine Chance geben wollte. Ja, ich gebe es zu, ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Regionalkrimi aus dem Allgäu unter 40-jährige anspricht.

Ich möchte jetzt auch keine Hasstiraden über ehemalige Nachbarn ablassen, die ich während meiner Kindheit ertragen musste und die regelmäßig das Allgäu als Ferienziel angesteuert haben – ist es ja quasi „nur um die Ecke von uns“ (naja, es sind ca. 2 Std. Fahrzeit nach Kempten). Letztlich habe ich es mir aber etwas übel genommen, dass ich es in Erwägung zog, Spaß an einem Allgäu-Krimi zu haben. Den hatte ich aber. Zwar nicht gleich zu Beginn – die ersten 10-15 Seiten fand ich etwas schleppend – aber dann dafür umso mehr.

Zuerst muss ich gestehen, fand ich die Figur Kluftinger laaaaangweilig. Ne, so richtig öde. „Kann das was werden?“ habe ich mich gefragt. Tatsächlich ist die Figur ja recht tolpatschig, was zumindest am Anfang nicht so toll rüberkommt. Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich da zuerst das Bild meines Vaters vor mir, der sicherlich auch den einen oder anderen Schnitzer à la Kluftinger in seinem Leben fabriziert hat. Allerdings machte es das Bild dieses Kommissars deshalb nicht charmanter, im Gegenteil. Wer liest schon gerne einen Krimi über eine Person, die sich teilweise genauso verhält wie der eigene Vater? Ich konnte mir das zumindest anfangs nicht so recht vorstellen.

Aber so mit der Zeit gab es die eine oder andere Macke, die man anfing richtig lieb zu gewinnen – eben wie den eigenen Vater. Ich muss auch gestehen, dass ich gar keine Zeit in technische Analyse o.ä. investiert habe, was ich aber sicher noch nachholen werde (allerdings verkneife ich mir dazu einen schriftlichen Beitrag hier im Blog). Zum Schluss möchte ich auf jeden Fall hinzufügen, dass ich mir bei Gelegenheit auch den zweiten Fall besorgen werde, aber wahrscheinlich erst nach den Weihnachtsfeiertagen. Und dann schauen wir mal weiter, ob mir dieser Allgäuer Schwabe weiterhin sympathisch bleibt.

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