Veröffentlicht in Allgemein

Wo anfangen?

Vor einigen Monaten habe ich mich entschlossen, meinem Schreibdrang nachzugeben und entschloss mich kurzfristig, einen Fernkurs zu belegen. Die ersten Unterlagen lagen nach kurzer Zeit schon auf meinem Schreibtisch und ich setzte mich voller Enthusiasmus an das erste Studienheft.

Obwohl ich mir meiner Sache diesmal ganz sicher war, gab es drei Dinge, die mich dennoch plagten. Dies waren zum einen die Dauer des Kurses (über 30 Monate), die damit verbundene zeitliche und finanzielle Verpflichtung und viele negative Stimmen (von innen wie von außen), die mir davon abrieten. Letztlich entschloss ich mich doch dafür, den Kurs in der Probezeit zu beenden und schickte das Material zurück. Irgendwie bereue ich hier und heute diese Entscheidung, obwohl ich bezüglich der Dauer des Kurses sowie der damit verbundenen finanziellen Verpflichtung immer noch ein wenig Bauchschmerzen habe. Ich weiß nicht, ob ich mich tatsächlich über 30 Monate motivieren könnte, Heft um Heft abzuarbeiten. Außerdem ändern sich die Zeiten ständig, wer weiß schon, ob er morgen noch seinen Job hat und tatsächlich jeden Monat 70-80€ aufbringen kann.

Andererseits weiß ich auch, dass ich mich nun schon über Jahre mit irgendwelchen Ausreden davon abhalte, mein Ziel zu verfolgen, nämlich ein Buch zu schreiben. Ich denke, dass Menschen im Allgemeinen, und ich im Speziellen, gut darin sind, Ausreden zu erfinden, um manchen Dingen aus dem Weg zu gehen. Irgendein sekundärer Gewinn scheint ja doch dabei zu sein, wenn ich lieber vor mich herlebe als einfach meinem Herzen zu folgen. Nun gut… tiefenpsychologisch kann ich auch noch ein ander Mal werden, deshalb beende ich das Thema an der Stelle erstmal.

Es gibt aber eine Sache, die möchte ich in diesem Beitrag noch anschneiden… nein, eigentlich möchte ich das Thema damit auch gleich ad acta legen. Es geht mir um die vielen negativen Stimmen, die ich von außen – von ehemaligen Fernschülern und solchen, die nie einen solchen Fernkurs belegt haben – erhalten habe. Ich möchte sicherlich nicht alle über einen Kamm scheren, weil es auch viele gab, die sich durchaus um Objektivität und emotionslose Bewertung bemüht haben, auch wenn es sowas wie Objektivität quasi nicht gibt und Emotionslosigkeit der menschlichen Natur widerspricht. Aber diese Art von Kritiker meine ich gar nicht. Ich möchte mich an jene Kritiker wenden, die vollkommen frustriert und zutiefst enttäuscht zu sein schienen, von Zeitverschwendung und ‚Geld aus dem Fenster werfen‘ redeten und betonten, wie wenig doch bei diesem Kurs für sie herausgekommen ist. Nichts, aber auch gar nichts haben sie gelernt, von den Fernlehrern – allesamt Stümper und Dilettanten – gab es keine richtigen Rückmeldungen, alles nur wischi-waschi und veröffentlich haben sie auch nichts durch den Kurs, wobei das doch das Ziel gewesen ist. Stattdessen raten sie lieber dazu, eines der vielen Schreibbücher zu nehmen, Schreibforen zu besuchen oder an Workshops teilzunehmen, das brächte mehr. Ihnen auf jeden Fall hat es mehr gebracht, und im selben Atemzug favorisieren und bewerben sie dann ihre Schreibbücher, ihre Schreibforen und ihre Schreibgurus, man solle es doch auch mal dort probieren, wird bestimmt mehr bringen. Diesen Menschen möchte ich heute folgende Zeilen widmen:

„Lieber Kritiker von Autoren-Fernkursen,

ja, ich gehöre in der Tat zu den Menschen, die es in Erwägung ziehen, einen Fernkurs für Schriftsteller und Autoren zu belegen. Ich habe durchaus die Erwartung in diesen Kursen etwas zu lernen und vielleicht sogar einen Roman zu veröffentlichen. In der Tat ist mir ein solcher Kurs das Geld wert, den er kostet. Und ja, es geht mir gut, noch kann ich nicht von geistiger Umnachtung oder ähnlichen Symptomen berichten.

Ich sehe ein, dass Menschen, die einen solchen Kurs belegt und dann keinen echten Gewinn daraus gezogen haben, meine Ansichten nicht teilen möchten oder können. Für diese Menschen mag der Kurs eine große Enttäuschung gewesen sein und vermutlich ärgert es sie auch, dafür Geld bezahlt zu haben. Ich sehe auch ein, dass sie andere Menschen davor bewahren möchten, ähnliche Erfahrungen zu machen. Ich kann kaum behaupten, dass ich all ihre Motive verstehe und nachvollziehen kann, aber ich erkenne an, dass es eine Vielzahl an Motiven gibt, die sie zu ihrer negativen Kritik veranlasst haben. Ich möchte es auch nicht versäumen, diesen Menschen mein Mitgefühl auszusprechen.

Dennoch möchte ich diesen Menschen an dieser Stelle sagen, dass ich mir nach reiflicher Überlegung, nach Ansicht der Kursmaterialien und vielem Hin und Her bewusst bin, welchen Schritt ich damit mache, welche Erwartungen ich an einen Fernkurs dieser Kategorie stellen kann, was er mir vermitteln kann und vor allem, was nicht. Ich denke, ich kann wirklich guten Gewissens behaupten, das Pro und Kontra für mich persönlich abgewägt zu haben.

Deshalb wünsche ich mir von Ihnen, sehr verehrter Kritiker, doch einfach mal Ihren Senf bei Ihnen zu belassen. Ich danke Ihnen herzlichst.“

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